Leipzig: Archiv als Spiel
Machina eX ist bekannt dafür, dass sie ihr Publikum nicht nur zum Zuschauen, sondern zum Mitmachen einlädt – oder genauer: zum Mitspielen. Die Hildesheimer Truppe kombiniert Elemente von klassischen Click-and-Point-Adventures, die in den 1990ern eines der erfolgreichsten Computerspiel-Genres darstellten, mit denen des Theaters. Die Gäste müssen Rätsel lösen, um so die Handlung voranzutreiben.
In Leipzig stellten sie nun mit «Life of N in a Nutshell» ihr aktuelles Abenteuer in der Regie von Anton Krause vor, dass allerdings mit seinen maximal elf Besuchern eher ruhig und intim denn wild daherkommt.
Im Mittelpunkt steht ein älterer, sehr sorgfältiger Archivar (Bernd-Michael Baier), der das Leben eben jenes N rekonstruiert. Seine Nussschale ist ein sieben mal sieben Meter großer weißer Raum, in dem Baier mit weißem Stoffhandschuh herumwerkelt. Die Wände sind vollgestellt mit ebenso weißen Archivkästen, Diasammlungen, Ablageordnern und allerlei altertümlichem Gerät aus der ersten Phase der elektronischen Revolution. Alte Joysticks stehen neben Minifernsehern und Diaprojektoren. Tonbandgeräte lassen sofort das Wort «Spuuule» von Becketts Krapp im Kopf des Theaterenthusiasten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Torben Ibs
Wenn auch im Ausland nicht mehr so bekannt, war Luca Ronconi, der kurz vor seinem 82. Geburtstag am 21. Februar in einem Mailänder Krankenhaus starb, der nach Giorgio Strehler bedeutendste Theaterregisseur Italiens. Letzterer galt als sein Antipode. Als aber Ronconi 1999 die künstlerische Leitung des Piccolo Teatro übernahm und es in Strehlers Sinne weiterführte,...
Agamemnons Tochter Elektra hält sich fit: Mit einer ausdauernden, wenn auch etwas ungelenken Körpergymnastik im coolen schulterfreien Top trifft Caroline Hankes Vaterrächerin auf ihre overdresste Mutter Klytaimnestra (Friederike Tiefenbacher im roten Futteralkleid unterm Pelzmantel). Allerdings werfen sich die beiden Gesellschaftsdamen neben altem Familientratsch...
Hast Du die ‹Situation mit ausgestrecktem Arm› im HAU gesehen?», fragt mich eine Kollegin nach dem Eröffnungstag des 100° Berlin Festivals. «Das soll nämlich richtig gut gewesen sein.»
Mit großer Wahrscheinlichkeit löst diese Frage beim Vier-Tage-Marathon des freien Theaters ein Krisengefühl aus. Die Gefragte saß zu diesem Zeitpunkt beispielsweise im Shuttle zu...
