Hubert Wild, Bettina Schmidt, Anna Keil und Tilo Krügel in Elfriede Jelineks «Wolken.Heim» (1988), Regie Enrico Lübbe am Schauspiel Leipzig; Foto: Rolf Arnold

Original und Nachklang

In Leipzig grooven neue und alte Textflächen: Sascha Hargesheimers «Choreographien der Arbeit» und Elfriede Jelinek «Wolken.Heim»

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Es ist sehr schlüssig, dass das Schauspiel Leipzig mit seiner Präsentier- und Probierstätte für neue Dramatik in eine alte Diskothek gezogen ist. Also in einen Tanzraum neben dem Haupthaus, in dem bis vor wenigen Jahren tatsächlich noch die Bässe wummerten. Das zeitgenössische Theaterschrei­ben hat ja selber etwas Kruder-und-Dorfmeister-mäßiges, Elektropop vom Synthie. Es fließt oder flowt in trancehaften Wortschwallungen dahin, in Sprechgesten und lose gewirkten Motivketten statt in Plots, Szenen und Figuren.

Es konfrontiert uns mit thematisch schemenhaften, virtuell unendlichen Tracks, die man noch mit einem Bauchgefühl und vagen Ahnungen ums Wieso und Wozu erfassen kann, die vielleicht auch für Momente den Kopf durchrütteln, die aber meist schon kurz nach Verklingen auch vergessen sind.

Der Begriff «Textflächenkunst» hat sich für dieses theatrale Dancefloorfutter eingebürgert. Also für den Teil der Gegenwartsdramatik, der sich der Tradition der prominentesten und – nach Mülheimer Dramatikerpreisen gerechnet – wichtigsten Schriftstellerin unserer Tage verpflichtet: Elfriede Jelinek. Katja Brunner, die im Frühjahr in der Diskothek aufschlug, gehörte mit «Geister sind auch nur ...

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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Christian Rakow

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