Nachruf: Der Herr der Tics

Zum Tod von Peter Matic (1937–2019)

Theater heute - Logo

In den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens war der 1937 in Wien geborene Schauspieler Peter Matic Mitglied des Burgtheaterensembles, er erhielt den Titel Kammerschauspieler, den Nestroy-Theaterpreis und das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, gastierte gelegentlich auch wieder an seiner Anfängerbühne Theater in der Josefstadt, an der Volksoper Wien und bei den Festspielen Reichenau.

Er war der ideale Darsteller für intelligente, Monokel tragende Grafen, k. und k.

Militärs in schrägen, surrealistisch verdrehten und erotisch auf­geladenen Boulevardkomödien mit Operettenwahnsinn. So spielte er den Victor in Vitracs Komödie «Victor oder Die Kinder an der Macht», den Herrn von Geck in Nestroys Posse «Die verhängnisvolle Faschingsnacht», die Titelrolle in Labiches «Celimar» und den Ernest Jobelin in Labiches «Das Glück zu dritt».

Matics bevorzugter Regisseur an der Josefstadt, in Basel, am Berliner Schiller Theater und im Burgtheater war Hans Hollmann. Bei ihm verkörperte er den Leutnant Zagon in Molnárs «Märchen vom Wolf», den Schürzinger in Horváths «Kasimir und Karoline», die Titelrolle in Peter Handkes «Kaspar», den eingebildet dumm-dreisten Oxford-Absolventen Basil ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Klaus Völker

Weitere Beiträge
Gefangene der eigenen Geschichte

Wen schert das schon ich kann das nicht mehr hören dieses Geraunze satzloses Murmeln Syntax dahin ADE!» Es dauert nicht lange, da beschwert sich Agata schon über den Text, den die Autorin Eleonore Khuen-Belasi für sie und ihre Mitstreiterinnen geschrieben hat. Agata, Aurelia und Teresa sind, tja, Figuren wäre schon übertrieben, vielleicht drei Gewächse Marke Golden...

Dortmund: Gemischtwarenladen der letzten Dinge

Verschwenderisch zischt die Ursuppe aus der Nebelmaschine, unheilvoll dröhnen die Bässe, tuten die Hörner. In archaisches Theaterdampfen ist die Bühne gehüllt, der Anbeginn der Welt, der Nebel des Unwissens, aus dessen Untiefen auf der Drehbühne langsam Gestalten anfahren, erst eine, dann zwei, dann mehr. Sie tragen weiße Kleidchen und kahle Köpfe, wie...

Keine Spielwiese für den Intendanten

Zuletzt schieden sich noch einmal die Geister, und dem scheidenden Intendanten widerfuhr die unverhoffte Ehre, von einem erregten Junggroßkritiker einer westdeutschen Tageszeitung abgekanzelt zu werden wie ein Schuldirektor, der seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Der Grund: Martin Kušej hatte für die letzte Inszenierung seiner achtjährigen Intendanz am Münchner...