Die Versöhnung des Arpad Schilling

Der ungarische Regisseur und Regimekritiker macht sich in seiner Verzweif­lungsperformance «The Loser» selbst zum Gegenstand

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In den letzten Jahren war Arpad Schilling einer der prominentesten und heftigsten Kritiker der ungarischen Kulturpolitik. Seit er vor zwanzig Jahren das Kretakör-Theater gründete, hat er Politik und Struktur der Freien Szene in Ungarn mitgeprägt, mit wichtigen Resultaten: Nicht nur der Erfolg seiner eigenen Kompanie, auch seine persönliche Lobbyarbeit (immer zusammen mit seinem Manager Mate Gaspar) begründete bis 2010 eine gewisse Stabilität der Freien Szene. Die ist seitdem allerdings schwer ins Wanken geraten. Die Freie Szene gerät immer wieder unter Beschuss.

Schilling gehörte zu den wenigen, die Widerstand leisteten und ihre Stimme erhoben – zuweilen sehr radikal und ohne Furcht vor Konsequenzen. Im Frühjahr 2014 zog er den endgültigen Schlussstrich: Nachdem das Ministerium ohne jede Begründung seiner Organisation die Subventionen gestrichen hatte, drehte er ein Video, in dem er vor laufender Kamera seinen Vertrag mit dem Ministerium zerriss und ankündigte, keinerlei öffentliche Förderung in Ungarn mehr zu akzeptieren. Das Video, aufgenommen vor der Fassade des Kulturministeriums, breitete sich auf Facebook in Windeseile aus.

Als Künstler allerdings fiel es Schilling in den ...

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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Ausland, Seite 52
von Andrea Tompa

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