Der Weltnetzwerker

Martin Berg, der Leiter der Theaterabteilung des Goethe-Instituts, ist tot. Stefan Kaegi von Rimini Protokoll kannte ihn gut.

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Kennengelernt habe ich Martin Berg im Sommer 2001. Ein paar Wochen davor war ich aus Südamerika zurückgekommen, wo mir – dem eigentlich noch in Gießen studierenden Schweizer – das Goethe-Institut Córdoba ermöglicht hatte, mit argentinischen Pförtnern ein Stück zu inszenieren. Oder besser: deren Blick auf die sich gerade transformierende argentinische Gesellschaft. Die Pförtner waren arbeitslos und standen im Stück buchstäblich auf der Straße. Das Publikum beobachtete sie aus einem Büroraum durch ein großes Fenster in ihrer Welt.

Von diesem Stück hatte der Leiter des Theaterbereichs im Goethe-Institut gehört und mich zum Termin in die Münchner Zentrale einbestellt.

In der Dachauer Straße stieg ich aus der Tram – und wurde erstmal von einem riesigen Gebäude erschlagen. An der Fassade waren die Wörter Goethe und Institut so monumental angebracht, dass das Haus Dimensionen eines Tempels oder Ministeriums annahm. Ich musste an ein Gastspiel des Thalia Theaters in São Paulo denken, dessen Zeuge ich auf dem Rückweg geworden war: deutsches Sprechtheater mit hinterherhinkender Übertitelung in aufwändigem Bühnenbild, aufgebaut durch dutzende deutsche Techniker. Es hieß, über 40 Menschen ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Stefan Kaegi

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