Karneval der Gammelgefühle
Der Hof und der Wald, die beiden Sphären im «Sommernachtstraum», drehen sich im Deutschen Theater im Kreis. Andreas Kriegenburg stellt einen riesigen Quader auf die Drehbühne. Der nur auf einer Seite offene Bau besteht hauptsächlich aus Edelholz, dem Regenwald zuliebe hoffen wir, es möge sich um ein Imitat handeln. Die Künstlichkeit des Materials wäre sogar sinnfällig, denn der Kriegenburgsche Wald bedeutet ganz und gar eine Kulturleistung: Das Holz wurde bereits verarbeitet und lackiert, das vom Wald ausgehende Versprechen auf Überschreitung gezähmt.
Die eine Seitenwand erinnert an ein Portal eines alten Kinos oder Theaters (etwa an die Brauntöne im Berliner Hebbel Theater). Die andere besteht aus Glaskacheln, hinter denen ein Rest Grünzeug ein museales Dasein fristet. Und die offene Stirnseite gibt den Blick frei auf den Hauptraum, ein blank gebohnertes Parkett, über das bald das Personal dieser Nacht huschen wird, das von der Liebe träumt, wo die Lust herrscht. Hier hat alles seine Ordnung. Selbst der Wald ist nicht mehr, was er mal war.
Aber auch Athen hat sich stark verändert: Vom Hof bleiben nur die ungezogenen Kinder übrig, Andreas Kriegenburg entfernt das weltliche ...
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