Rache-Engel

Tony Kushner, Amerikas bekanntester Dramatiker, beweist mit Steven Spielbergs «München», dass er auch Hollywood machen kann

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Für Literaten ist ein Engagement in Hollywood zumeist ein zweischneidiges Schwert. Viele Autoren können davon berichten, wie lukrativ das Schrei­ben für die Filmstudios ist, aber auch davon, wie folgenlos diese Arbeit meistens bleibt. Bret Easton Ellis prahlt in seinem neuen, autobiografisch angehauchten Roman «Lunar Park» damit, dass er lediglich ein paar Drehbuch-Anmerkungen machen muss, um ein großzügiges Honorar zu kassieren.

Und in ihren traurigen, kürzlich erschienenen Memoiren schildert Joan Didion, wie selten die Filme, an denen sie gearbeitet hat, auch wirklich in die Kinos kamen. Meistens sind die bekannten Autorennamen nur Vehikel, die das intellektuelle Prestige der Filme aufpeppen sollen. Das Drehbuch geht sowieso durch so viele Filmstudio-Hände, dass vom Einfluss des Autors kaum etwas übrig bleibt.

Tony Kushner allerdings, der zusammen mit Eric Roth das Drehbuch für Steven Spielbergs Blockbuster-Drama «München» geschrieben hat, beweist, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Stattdessen hat er Spielberg zu seinem bisher anspruchs­vollsten und besten Film überhaupt verholfen. Die Handschrift von Amerikas bekanntestem Dramatiker ist unverkennbar in den prägnanten ...

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Theater heute Februar 2006
Rubrik: Medien/TV, Seite 66
von Daniel Schreiber

Vergriffen
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