Neue Stücke
Es ist Spargelzeit! Jedenfalls im Wiener Volkstheater, wo Gianina Cãrbunarius böse Groteske «Spargel» um den rumänischen Saisonarbeiter Dani und seine Schnäppchenjagd im britischen Supermarkt von Christina Hommel uraufgeführt wird. Um das Leben auf den Feldern eines europaweiten Arbeitsmarkts kreist auch das mit dem Förderpreis des Berliner Stückemarkts ausgezeichnete Stück von Claudia Grehn «Ernte», das Dominic Friedel im Berliner Maxim Gorki Theater präsentiert.
In Mecklenburg-Vorpommern hängen geblieben sind dagegen die Zeitarbeiter und Ein-Euro-Jobber in Anne Rabes «Als ob schon morgen wär». Das Porträt einer perspektivlosen Generation, deren Ausbruchsversuche ins Desaster führen, zeichnet am Mannheimer Nationaltheater Anna-Lena Kühner. Ausbruch und Verpflichtung, nämlich für die alten Eltern, ist auch das Thema in Eva Rottmanns Familien-Stück «Unter jedem Dach (ein ach)», das Dominique Schnizer in Heidelberg aufblättert. Schreiben auch noch Männer Stücke? Ja! Im Ausland jedenfalls. Zum Beispiel der Schweden-Tunesier Jonas Hassen Khemiri, der in «Fünf Mal Gott» eine Gruppe narzisstischer Schauspielschüler keinen Geringeren als den Schöpfer persönlich verkörpern lässt, Deborah ...
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Die griechischen Zuschauer schienen durchaus begeistert, als ein stämmiger weißer Othello mit Fastglatze (Sebastian Nakajew) diesen Sommer in ihrem monumentalen Amphitheater von Epidauros den Golfschläger schwang. Peloponnesische Insider jedenfalls bezeichneten den Applaus, der dem Regisseur Thomas Ostermeier von den antiken Marmorrängen entgegen schlug, als...
Hmm … was wünsch ich mir denn vom Christkindl? Erst einmal hat es mich in diesem Jahr schon reich
beschenkt. Meiner und der Arbeit meiner fast 2000 Akteure bei den Oberammergauer Passionsspielen wurde in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit beschert, dass ich es fast nicht wage, mir noch etwas zu wünschen. Und trotzdem: Ich wünsche mir Mut.
Ich wünsche mir, dass wir...
Der Dezember bringt erstaunliche Zeitreisen zurück ins 20. Jahrhundert, als die Welt noch übersichtlicher war; vor allem in Amerika, damals noch unbestrittene Nummer 1 als Weltwirtschaftsmacht. Mit allen dazugehörigen Klassenausdifferenzierungen, von den Wanderarbeitern in John Steinbecks Roman «Früchte des Zorns» (1939), den Armin Petras fürs Berliner Gorki...
