Aufführungen
Der Dezember bringt erstaunliche Zeitreisen zurück ins 20. Jahrhundert, als die Welt noch übersichtlicher war; vor allem in Amerika, damals noch unbestrittene Nummer 1 als Weltwirtschaftsmacht.
Mit allen dazugehörigen Klassenausdifferenzierungen, von den Wanderarbeitern in John Steinbecks Roman «Früchte des Zorns» (1939), den Armin Petras fürs Berliner Gorki Theater dramatisiert, über Arthur Millers Kleinstadtsaga «Alle meine Söhne» (1948), die Roger Vontobel ins Deutsche Theater verpflanzt, bis zu Tennessee Williams’ Plantagen-Großbürgertum, das sich um die «Katze auf dem heißen Blechdach» (1955) schart, der Sabine Auf der Heyde in Dresden nachspürt. In Deutschland blühte das Drama 20 Jahre später auf: Botho Strauß erkundete 1975 «Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle», die jetzt in Düsseldorf Stefan Rottkamp aus der Versenkung holt, in der sich lange auch Franz Xaver Kroetz’ «sozialkritisches Volksstück» «Stallerhof» (1972) befand, dem jetzt am Wiener Burgtheater David Bösch neues Interesse schenkt. Näher im Heute angekommen ist im Deutschen Theater Dimiter Gotscheff mit Aki Kaurismäkis Film-Nachdichtung vom Guten im Menschen «Der Mann ohne Vergangenheit», und zweifellos ins ...
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Obwohl die Spielzeit am Nürnberger Staatsschauspiel mit «Paradiesische Zustände» überschrieben ist, herrscht auf den Bühnen die pure Angst: vor wirtschaftlichem Absturz, vor Überfremdung einerseits und vor gesellschaftlicher Ausgrenzung andererseits. Sieht so das Paradies aus?
Den Himmel auf Erden zumindest haben die meisten Erwachsenen und Jugendlichen erwartet,...
Eine schöne Bescherung ist das, Himmel noch mal!», stöhn-raunzt Thomas Thieme gleich zu Beginn, als würde er im Studio gerade begreifen, worauf er sich da eingelassen hat. Denn für die fünfeinhalb Stunden des wohlgemerkt nur ersten Teils von Cervantes’ parodistischem Ritterroman steht ihm noch einiges bevor als Ko-Erzähler, Sancho Pansa und treffend besetzter...
Da sitzt man nun im eigentlich wegen fehlender Brandschutz-Einrichtungen geschlossenen New Yorker Goethe-Instituts-Gebäude an der Fifth Avenue auf einem dunkelgrünen Friseurstuhl, der wegen seiner ausgeleierten Federn dauernd nach hinten wegkippt, und während man verzweifelt um sein Sitzgleichgewicht kämpft, erklärt einem ein aufgekratzt freundlicher Mittfünfziger...
