Mehr Mut!
Hmm … was wünsch ich mir denn vom Christkindl? Erst einmal hat es mich in diesem Jahr schon reich
beschenkt. Meiner und der Arbeit meiner fast 2000 Akteure bei den Oberammergauer Passionsspielen wurde in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit beschert, dass ich es fast nicht wage, mir noch etwas zu wünschen. Und trotzdem: Ich wünsche mir Mut.
Ich wünsche mir, dass wir den Mut haben, nicht davonzulaufen – was leider in Hamburg gerade passiert ist.
Davonzulaufen vor Politikern, die meist ohne fundierte Ideen ihre Haushaltssperren in Prozentpunkten festlegen, Theater schließen und Museen und Bibliotheken ihre Arbeitsgrundlage entziehen, und dies in dem Bewusstsein, dass sie dafür von den wählenden Bürgern nicht entscheidend abgestraft werden.
Mut dazu, dass wir uns den Politikern entgegenstellen, die beteuern, es fehle ihnen die Zeit, sich einmal ins Theater zu setzen – mit Ausnahme von Bayreuth –, ein Konzert zu besuchen oder ein Buch zu lesen, da sie sich ja schließlich ums Große Ganze zu kümmern hätten.
Mut, ihnen vor Augen zu führen, was Frau Merkel in ihrer ersten Regierungserklärung etwa so beschrieb: dass man bei Kunst nicht von Subvention zu sprechen habe, sondern von einer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Obwohl die Spielzeit am Nürnberger Staatsschauspiel mit «Paradiesische Zustände» überschrieben ist, herrscht auf den Bühnen die pure Angst: vor wirtschaftlichem Absturz, vor Überfremdung einerseits und vor gesellschaftlicher Ausgrenzung andererseits. Sieht so das Paradies aus?
Den Himmel auf Erden zumindest haben die meisten Erwachsenen und Jugendlichen erwartet,...
Das Haus, von dem ich erzählen will (und in dem es in mehr als einer Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugeht), habe ich im sehr frühen Morgengrauen des 1. August 2007 zum ersten Mal betreten. Tags zuvor war ich in der pannonischen Sommerhitze von Bratislava mit dem Taxi zum letzten Mal durch die Barockstadt zum Flughafen gefahren (meine Möbel, Bücher, Kleider,...
Romantik, Porno, Stress, Job, Liebe, Wehwehchen und manches mehr spult ab im Vorspann, der eine rasant montierte Motivkette bildet, die für mehrere Filmgeschichten reichen würde. Die folgenden zwei Stunden übertrumpfen das noch. An Fantasie mangelt es Tom Tykwer nie, gelegentlich wirkt diese spendable Verschwendung ein wenig unökonomisch. «Drei» ist die Synthese...
