Mehr Mut!

Er hat in diesem Jahr zum zweiten Mal die Oberammergauer Passion in Szene gesetzt und steht von allen Regisseuren dem Herrn am nächsten: Ein Weihnachts-Wunschzettel von Christian Stückl

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Hmm … was wünsch ich mir denn vom Christkindl? Erst einmal hat es mich in diesem Jahr schon reich
beschenkt. Meiner und der Arbeit meiner fast 2000 Akteure bei den Oberammergauer Passionsspielen wurde in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit beschert, dass ich es fast nicht wage, mir noch etwas zu wünschen. Und trotzdem: Ich wünsche mir Mut.

Ich wünsche mir, dass wir den Mut haben, nicht davonzulaufen – was leider in Hamburg gerade passiert ist.

Davonzulaufen vor Politikern, die meist ohne fundierte Ideen ihre Haushaltssperren in Prozentpunkten festlegen, Theater schließen und Museen und Bibliotheken ihre Arbeitsgrundlage entziehen, und dies in dem Bewusstsein, dass sie dafür von den wählenden Bürgern nicht entscheidend abgestraft werden.
Mut dazu, dass wir uns den Politikern entgegenstellen, die beteuern, es fehle ihnen die Zeit, sich einmal ins Theater zu setzen – mit Ausnahme von Bayreuth –, ein  Konzert zu besuchen oder ein Buch zu lesen, da sie sich ja schließlich ums Große Ganze zu kümmern hätten.

Mut, ihnen vor Augen zu führen, was Frau Merkel in ihrer ersten Regierungserklärung etwa so beschrieb: dass man bei Kunst nicht von Subvention zu sprechen habe, sondern von einer ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christian Stückl

Vergriffen
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