Auf der Suche nach der Angst

Zum Tod des Dramatikers, Dissidenten und Präsidenten Václav Havel

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1989 war für Václav Havel ein bewegtes Jahr. Noch im Januar wurde er verhaftet, als er an einer Gedenkveranstaltung zum 20. Todestag von Jan Palach teilnehmen wollte. Man verurteilte ihn wegen «Rowdytums» zu neun Monaten Haft, ließ ihn allerdings schon im März auf Bewährung frei. Im Oktober dann erhielt er keine Ausreisegenehmigung, als er in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels empfangen sollte. Im November war er einer der Organisatoren der Massenproteste, die innerhalb eines Monats die Wende brachten. Am 10.

Dezember zwang das Bürgerforum, zu dessen Gründern und führenden Vertretern Havel zählte, Staatspräsident Husak zum Rücktritt. Am 29. Dezember schließlich wurde Havel zum Präsidenten der damaligen Tschechoslowakei gewählt, der sein Land am 5. Juli 1990 zu den ersten freien Wahlen führte. Das neue Parlament bestätigte seine Präsidentschaft.

Als er wenige Tage darauf eine Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele hielt, war von Triumph nichts zu spüren. «Als ich nach der Wahl zum ersten Mal zur Arbeit kam, stellte ich fest, dass ich deprimiert war», sagte er: «Dasselbe Gefühl hatten auch zahlreiche meiner Mitarbeiter auf der Prager Burg. Irgendwo in der ...

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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Magazin: Nachruf, Seite 62
von Franz Wille

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