Eros und Stahl
«Es ist hart, wenn Könige gehen müssen.» Welcher erste Mann oder welche erste Frau im Staate räumt schon gern freiwillig den Stuhl? Besonders grausam soll der Überlieferung nach der Abgang des englischen Königs Edward II. im Jahre 1327 gewesen sein: Durch eine Intrige seiner Gattin Isabella wurde er erst gefangen gesetzt, dann mit einer glühenden Eisenstange rektal zu Tode gefoltert.
Der Konflikt, der sich zwischen der Bürde des Amtes und den Schwächen seines Inhabers entspannt, ist der Stoff, aus dem sich die meisten Königsdramen speisen. Ob Minderwertigkeitskomplexe (Richard II.
), Angst (Macbeth) oder Schnäppchenjägertum (Wulff), stets ist es das «Menschliche», das die Machthaber unangemessen, schlimmstenfalls sogar unmenschlich agieren lässt. Im Fall von Edward II., dessen Schicksal Christopher Marlowe 1591 dramatisierte, ist es die Liebe. Dass sie sich auf Männer richtet, wird bei Marlowe höchstens indirekt skandalisiert: Er zeichnet einen zartfühlenden, zwischen Neigung und Pflicht bemitleidenswert zerrissenen König. Zum Fallstrick wird ihm sein Begehren, weil es die beleidigte Isabella in die Arme von Lord Mortimer treibt, mit dem zusammen sie später den Königsmord ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Chronik Berlin, Seite 48
von Eva Behrendt
Irgendwann während der Vorbereitung hat sich die neue Heidelberger Mannschaft wohl überlegt, wer in Heidelberg und Umgebung schon mal daheim war und wen man wieder heimholen könnte. Wenn es so war, kamen sie an einem nicht vorbei: Johann Kresnik, der ab Ende der 1970er Jahre von Heidelberg aus mehr als zehn Jahre sein choreografisches Theater propagierte und nun...
5./Sonntag
16.50 3sat: Die Schachnovelle Spielfilm (1960) nach Stefan Zweig, mit Curd Jürgens, Claire Bloom, Hansjörg Felmy, Mario Adorf u.a., Regie Gerd Oswald
8./Mittwoch
0.20 ARD: Der rote Kakadu Spielfilm (2006) von Karin Aström und Michael Klier, mit Max Riemelt, Jessica Schwarz, Kathrin Angerer, Devid Striesow u.a., Regie Dominik Graf
9./Donnerstag
21.00 3sat:...
In einem halbseidenen Tallinner Nachtclub kommt Estland also ganz zu sich: Alkohol schwängert die Luft und Koks penetriert die Hirne. Beats brummen. Ein Este kracht dem britischen Inspektor Ignatius Stone vor die Stirn: «Die Pest hat uns gefickt. Die Hungersnot hat uns gefickt. Die Schweden haben uns gefickt. Die Deutschen haben uns gefickt. Die Russen haben uns...
