Nach Gutsherrenart
In Memmingen vor einem Jahr hätte es einen veritablen Skandal geben können. Aber irgendwie kam die ganze Sache nie so richtig an die Öffentlichkeit, dann wuchs auch schon Gras drüber, und heute, wenn man die gedeckelte Geschichte noch einmal zur Sprache bringen will, erntet man nur noch ein müdes Lächeln. Auch von denen, die damals direkt beteiligt waren bei den 24. Bayerischen Theatertagen. Oder besser: gerade von denen.
In Memmingen vor einem Jahr gab es Geschrei hinter verschlossenen Türen, Drohungen und Rücktritte, Anschuldigungen und Verdächtigungen.
Es ging um den Verdacht, dass sich die Intendanten bayerischer Stadttheater gegenseitig Preise zuschieben und sehr selbstherrlich über die wirklichen Leistungen konkurrierender Bühnen hinwegsehen; es ging um anstehende Vertragsverlängerungen und Einflussnahmen von wirtschaftlicher Seite; es ging um den Vorwurf, dass bestimmte Vorstellungen zuungunsten anderer im Terminplan verschoben und besser platziert wurden.
Zoff in Memmingen
Tatsächlich war damals die Jury, die am Ende des Festivals Preise für beste künstlerische Leistungen in diversen Kategorien zu vergeben hatte, seltsam besetzt: Allein drei Intendanten gehörten dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man wartet ja immer auf das Stück zur Wende, zur Klimakatastrophe oder zum Terrorismus. Jetzt haben wir eins, und dafür ist es sogar ziemlich gut (nachzulesen auf den Seiten 68–81 in diesem Heft). Simon Stephens betritt den 7. Juli 2005, den Tag, als in London 52 Menschen durch Bombenanschläge in U-Bahnen und einem Bus starben, durch die Seitentür. Nicht die Täter...
Schwer zu sagen, was einem hier gezeigt wird: Ist es die Dramatisierung der Tagebücher und Briefe zweier Menschen? Und wo fangen der «Mann» und die «Frau» überhaupt an, wenn Herbert Achternbusch und seine langjährige Lebensgefährtin und Lieblingsschauspielerin, die im Jahre 2005 gestorbene Annamirl Bierbichler, doch so offensichtlich hinter diesen Figuren...
Rimini Protokoll erfindet Theater neu, so könnte man beginnen, wenn man eingeladen ist, als Experte ein großes Lob auf die Preisträger der 32. Mülheimer Theatertage anzustimmen. Und in der Einladung von Experten und ihrer Einbindung in den Rimini-Kontext sind sie erfahren. So versucht der Experte, den Widerspruch aufzulösen, dass «Das Kapital, Erster Band» von...
