Auf dem rechten Auge blind

Ein Gespräch mit Dirk Laucke über sein Stück «Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute», sehr frei nach Brecht und Kroetz

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Franz Wille «Furcht und Ekel» handelt vom alltäglichen Rechtsextremismus und trägt den schönen Untertitel «Das Privatleben glücklicher Leute». Was ist das Glück dieser Leute?
Dirk Laucke Schon der Titel ist natürlich eine doppelte Anlehnung, einerseits an Brechts «Furcht und Elend im Dritten Reich» und Franz Xaver Kroetz’ «Furcht und Hoffnung in der BRD». Und der Untertitel von Brecht in der amerikanischen Fassung ist «Private Life of the Master Race», also das Privatleben der Herrenrasse.

Das sind wir zwar immer noch, würden uns aber nie so bezeichnen. Was sind wir dann? Wir sind eben die glücklichen Leute. Mit all dem Alltagsrassismus, der uns in banalen Situationen über den Weg läuft.

FW Das dramaturgische Muster sowohl bei Brecht als auch bei Kroetz ist die locker zusammengestrickte Szenencollage: also der Versuch einer Sicht, die sich aus vielen Perpektiven und unterschiedlichen Konstellationen zusammensetzt. Man hätte das Thema auch anders in den Blick nehmen können. Indem man sich beispielsweise auf eine Figur konzentriert, also wie bei Elfriede Jelinek auf das titelgebende «Schweigende Mädchen» frei nach Beate Zschäpe oder die beiden Uwes, Bönhardt und Mundlos. Warum die ...

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Theater heute November 2014
Rubrik: Das Stück, Seite 35
von

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