Vorsicht vor dem Überdruss
Ich habe einige Freunde, die gern von Krieg sprechen, jetzt hier in Europa. Terror. Unser gefühlter Krieg.
Ich will nicht mutmaßen, wie ich mit einem Terroranschlag in München umgehen würde. Silvester gab es eine Warnung. Wir saßen zu fünft in der Küche meiner WG und überlegten, auf die Theresienwiese zu gehen. Letztendlich entschieden wir uns dagegen, weil zwei Freunde kein gutes Gefühl dabei hatten. Es war eine Entscheidung, die wir gemeinsam fällten, um miteinander entspannt und gesund ins neue Jahr zu kommen.
Ob ich die Entscheidung bereue? Nein, weil wir ein friedliches, alkoholreiches, lustiges Silvester feierten, das ich in schöner Erinnerung behalten werde.
Was hat das alles mit Kunstfreiheit zu tun? Weniger mit Kunst als mit Freiheit. Ich empfinde den Kunstbegriff ohnehin schon als Luxus, vor allem in einem Land, in dem man sich den Luxus gönnen kann, den Kunstbegriff definieren zu wollen und dies nicht eindeutig schafft.
Grenzen der Kunstfreiheit – ich bitte euch ... Kunstfreiheit, das ist kein «Goodwill». Sie ist ein Grundrecht, und doch wird sie durch die anderen Grundrechte eingeschränkt. Hier ist fast die endgültige Antwort auf die Frage der Grenzen der ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 48
von Franz Pätzold
Die erste Entscheidung war die schwierigste: einem Stück den Titel «Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1&2» zu geben. Als die Uraufführung näherrückte, kamen Anrufe von Journalisten, auch aus dem Ausland. «Rechnen Sie mit einem Skandal?» – «Nö.» – «Aber das wird doch sicher Wellen schlagen, gibt es schon Gegenwind?» Antwort: «Nö.»
CNN hatte sich zum Filmen angemeldet,...
... ist in diesem Jahr eine letzte Ehrung: Mit 8 der 43 Stimmen, die dieses Jahr zu vergeben waren, wurde der vor einem Jahr überraschend verstorbene Bert Neumann posthum mit seiner Volksbühnen-Versiegelung, die wie ein Abschied wirkte, zum vierten Mal seit 2001 Bühnenbildner des Jahres. Der lange Abschied der Castorf-Volksbühne, die 2017 Chris Dercon übernehmen...
Ich schreibe aus Rache», bekennt die spanische Autorin, Regisseurin und Performerin Angélica Liddell. Aus Rache an ihrer Familie, dem Patriarchat, den Gewaltmechanismen der Gesellschaft. Medium dieser Rache sind Liddells inzwischen legendär gewordenen Hassmonologe, und ihre Waffe ist Liddells eigener Körper. Mit Impuls und Geschwindigkeit eines Maschinengewehrs...
