Emil Hesse-Burri, Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Bernard und Margot von Brentano am Strand von Le Lavandou, Juni 1931; Foto: Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv
Die Schuld der Unschuld
Die unter dem Titel «Denken in Extremen» von Ende Oktober vergangenen Jahres bis Ende Januar 2018 in den Hallen der Akademie der Künste am Hanseatenweg gezeigte Ausstellung über Bertolt Brecht und Walter Benjamin dokumentiert sehr anschaulich deren Freundschaft, die einzigartig war, weil «in ihr der größte lebende deutsche Dichter mit dem bedeutendsten Kritiker der Zeit zusammentraf» (Hannah Arendt).
«Du bist in eine falsche Gesellschaft geraten», meinte J. R.
Becher im Namen der orthodoxen KP-Linken zu der von Brechts Theaterarbeit begeisterten russischen Theaterfrau Asja Lacis, in die Benjamin verliebt war und der er 1928 sein Buch «Die Einbahnstraße» widmete: «Diese Straße heißt Asja-Lacis-Straße nach der, die sie als Ingenieur im Autor durchgebrochen hat.» Sie machte Benjamin mit Brecht bekannt und stiftete so eine derart folgenreiche geistige Nähe und Freundschaft, dass die moskaufernen Wissenschaftler des Instituts für Sozialforschung wie Theodor W. Adorno argwöhnten, Benjamin treibe nun unter Brechts Einfluss «nur dumme Dinge».
Der Ausstellung gelingt es, mit vielen erstmals gezeigten Exponaten die Besonderheit und immer noch aktuelle Brisanz der Beziehung von Brecht und ...
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Theater heute Januar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Klaus Völker
Dafür, dass er aus der Generation Pop stammt, hat der oberösterreichische Dramatiker Thomas Köck (geb. 1986) ein erstaunliches Faible für klassische Musikformen. «Paradies fluten» war als «verirrte Sinfonie» ausgewiesen, sein jüngstes Werk «Die Zukunft reicht uns nicht» firmiert nun als «postheroische Schuldenkantate»; der Untertitel «Klagt, Kinder, klagt!» zitiert...
Theaterkritiker kennen Milo Rau vor allem als produktiven Teilzeit-Kollegen, der ihnen netterweise die Deutungsarbeit abnimmt: Kein anderer Regisseur weit und breit, der die eigenen Projekte im Vorfeld derart großzügig medial ausinterpretiert! So war auch über Raus jüngste Arbeit «General Assembly» in der Berliner Schaubühne – eine Art parlamentarische...
Personen
Ronald (Roland) Rupp
Kathleen Rupp
Schütz
Inga Römmelt
Falckenstein
Sarah
Leon
Manu (Claire) Cordsen, Mutter von Sarah
Lars Mollenhauer, Vater von Leon
1
Ronald Okay.
Haben sich alle beruhigt?
Ja?
Pause.
Dann reden wir jetzt darüber. Wir reden jetzt darüber, wieso man solche Wörter nicht gebrauchen sollte. Wahrscheinlich wisst ihr es eh. Oder etwas in euch weiß...
