Nix Pudel
Welch Schauspiel, aber ach – kein Schauspiel, nein. Ein undurchdringlich schwarzer Raum öffnet sich vor erwartungsvollem Blick. Wuchtige, gleichfalls schwarze Mauern, variabel, an den Seiten. Hier agieren sie – Dirk Glodde (Faust) und Ahmad Mesgarha (Mephistopheles) in grauem Schlabberlook, verdammt ins ewig Leere. Einziger Zufluchtsort des meditierenden Faust – ein klobig-roher Quader nahe der Rampe, das bewusste Fläschchen klaubt er aus einer Bühnenritze.
Artig aufgereiht auf den ersten beiden Parkettreihen die Damen und Herren des Kammerchores Pesterwitz, als Ersatz für eine Halbgardine hinauf oder herab bewegt. Sanft schmeicheln alte Weisen – vom schönsten Wiesengrunde und aufgehendem Mond. Verknappt die Personnage. Der apart distinguierten Christine Hoppe fällt der Rollen fast ein halbes Dutzend zu: Zueignung, Direktor, Der Herr, Erdgeist, das Hexeneinmaleins. Eine glänzende Sprecherin ist sie. Und überhaupt: sprechen, sprechen, sprechen!
«Ich war trunken von Sprache», gesteht der inszenierende Intendant Holk Freytag und schildert im Programmbuch, dass er als Zehnjähriger eine Sendung des Westdeutschen Rundfunks erlebte, mit Erich Ponto als Mephisto und Horst Caspar als ...
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Was ist denn mit unserer Familiensaga?», fragt Lavinia am Ende aller Lieder und Worte. «Was ist mit Vater, Mutter, Kind?» Es ist eine rhetorische Frage, eine höhnische, traurig-trotzige. Sie steht nicht bei O’Neill, dessen ausufernde Familientragödie «Trauer muss Elektra tragen» in den vorangegangenen zwei Stunden so lakonisch wie parodistisch exekutiert worden...
Die Intendantin führte aus, sie habe, nach dem Eintreffen der beunruhigenden Nachrichten und sobald ihr klar geworden war, dass sie weder Mitarbeiter noch Zuschauer ohne deren Wissen oder Zustimmung, sozusagen feldherrnartig, in die ihr behördlich avisierte Schlacht werfen dürfe, den Versuch unternommen, unter den künstlerischen und technischen Angestellten ihres...
Die Direktion Herbert Föttingers in der Josefstadt beginnt wenig überraschend: Der Vorhang geht auf. Die Art und Weise aber, wie der Eiserne an diesem Abend geöffnet wird, hat durchaus symbolischen Charakter: Die Schauspieler selbst sind es, die den schweren Stoff mühevoll nach oben stemmen, und wenn er dann endlich in lichte Höhen entschwindet, bestaunen sie...
