Opfertod im Opernhaus

Der Regisseur Frank-Patrick Steckel spinnt den «Idomeneo»-Skandal weiter

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Die Intendantin führte aus, sie habe, nach dem Eintreffen der beunruhigenden Nachrichten und sobald ihr klar geworden war, dass sie weder Mitarbeiter noch Zuschauer ohne deren Wissen oder Zustimmung, sozusagen feldherrn­artig, in die ihr behördlich avisierte Schlacht werfen dürfe, den Versuch unternommen, unter den künstlerischen und technischen Angestellten ihres Hauses und dem in den Abonnements­dateien erfassten und somit postalisch erreichbaren Teil ihres Publikums für den Opfertod zugunsten der FREIHEIT DER KUNST zu werben.

Die rare Möglichkeit eines solchen Opfertodes sei, habe sie geschrie­ben, nach den Warnungen des Innensenators und der Sicherheitsbehörden in greif­bare Nähe gerückt und böte die kostbare Chance, es den verbohrten islamistischen Fundamentalisten ge­wissermaßen mit gleicher Münze heimzuzahlen. Die FREIHEIT DER KUNST wäre, das hätten aufschlussreiche Gespräche mit höchsten Regierungsstellen und ihren für diese Frage zuständigen Unterabteilungen ergeben, durchaus den zu behauptenden westlichen Werten zuzurechnen, rangiere auf der Liste dieser Werte sogar an einem der oberen Plätze gleich hinter der Meinungs-, Glaubens- und Versammlungsfreiheit und rechtfertige ...

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Theater heute November 2006
Rubrik: Foyer, Seite 2
von Frank-Patrick Steckel

Vergriffen
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