Die Kraft zum Widerspruch
Er ist überliefert, der Stoßseufzer eines hilfsbereiten Beraters aus westlichen Gefilden, eingereist ins Thüringische: «Was für ein Land – auf jedem Berg ’ne Burg, in jedem Tal ein Museum und in jeder Stadt ein Theater!» In der Tat, das mit seinen rund 16.000 Quadratkilometern und noch rund zwei Millionen Einwohnern kleinste Bundesland, gern «das grüne Herz Deutschlands» genannt, hat derzeit nicht weniger als neun Mehrspartentheater.
Der Repräsentationsbegierde alteingesessener Adelsgeschlechter verdankte jede Residenz ihr Theater, dazu auch noch so ganz winzige wie die Liebhaberbühne zu Kochberg oder das Konrad-Ekhof-Theater im Schloss Friedenstein zu Gotha. Die Intelligencia thuringiae weiß sich als stolze Erbin deutscher Klassik, kaum ein Steig, keine Gasse, auf denen nicht einer der Großen wandelte.
Auch Rudolstadt, das Städtchen an der Saale, ein wenig geduckt anmutend unter der wuchtigen Heidecksburg, imposanter Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, mit seinen noch 25.000 Bewohnern (über 30.000 waren es in der DDR-Zeit) und einer Arbeitslosenquote, die immer in Richtung von 20 Prozent tendiert, hat sein Theater. Und dieses Theater hat eine Geschichte, mehr als zweihundert ...
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Für Literaten ist ein Engagement in Hollywood zumeist ein zweischneidiges Schwert. Viele Autoren können davon berichten, wie lukrativ das Schreiben für die Filmstudios ist, aber auch davon, wie folgenlos diese Arbeit meistens bleibt. Bret Easton Ellis prahlt in seinem neuen, autobiografisch angehauchten Roman «Lunar Park» damit, dass er lediglich ein paar...
Die Dramaturgie ist von klassischer Schönheit: Auf eine gemütliche Introduktion (Einführung der Protagonisten, Ensemblebildung, Problemexposition) folgen sukzessive Zuspitzung, erste Konflikte, Beschleunigung des Tempos bis zum Crescendo, Peripetie, schließlich Showdown und Resultat. Danach die Kritik.
Das Stück heißt: «Zehn Mal bemerkenswert!» Die Protagonisten,...
Wenn er langsam sein Maul öffnet, wird klar, dass der Fisch, den der Sushi-Meister gerade ohne Verletzung der inneren Organe kunstvoll filetiert, noch lebt. Selbst in Japan ist diese Art der Zubereitung und der quasi kannibalistische Akt des Verzehrs, den Malte Jaspersen in seinem Radiofeature «Sushi. Vom Erlebnis, in Japan essen zu gehen» (SFB 2001) beschreibt,...
