Brennende Migranten, stupide Europäer und korrupte Politiker

Kapstadts Theater verhandeln Südafrikas Konflikte :und wahren Mandelas Erbe

Theater heute - Logo

Sobald die Berge hinter Paarl überflogen sind, fällt das Flugzeug in kleine Luftlöcher und hat Afrika beinahe hinter sich gelassen. Unter uns erstreckt sich seine südlichste Region, das Western Cape. Die sanfte Landschaft aus Hortensienalleen und ganze Täler bedeckenden Weinplantagen wird nur noch vom beeindruckenden Tafelbergmassiv gebrochen, dem scheinbar letzten Bollwerk der Erde. Hinter den südlichsten Zipfeln des Kontinents, dem Kap der guten Hoffnung und dem Kap Agulhas, vereint sich der Atlantik mit dem Indischen Ozean.

Gen Süden treffen die Wellen erst wieder an der Antarktis auf Festland. Die Stadt am Kap schmiegt sich an die Ausläufer des Tafelbergs und die zwölf Apostel, eine Felskette, die sich entlang der Küste erstreckt. Ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Im Taxi vom Flughafen in die Stadt schlägt die Stimmung um. Die Autobahn durchkreuzt die großen Townships, der Zauber scheint verflogen; die kilometerlang aneinandergereihten Blechhütten zeugen von Armut und Hoffnungslosigkeit. Die beschämende Szenerie des menschenverachtenden Machtmissbrauch der Apartheid dauert an: Dort, wo die Despoten jener Zeit andere ethnische Gruppen in Siedlungen interniert und von den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2014
Rubrik: Ausland, Seite 42
von Julius Heinicke

Weitere Beiträge
Der Revisor

Das hätte Matthias Hartmann wohl nicht gedacht, dass ihm ausgerechnet bei einer seiner eigenen Inszenierungen das Lachen vergeht. Eigentlich eine sichere Pointe, wenn in Tschechows «Onkel Wanja» jener Revisor angekündigt wird, der in Gogols Komödie für Angst und Schrecken und vor allem für jede Menge Peinlichkeit sorgt. Schauspielerin Caroline Peters meinte jüngst...

«Ich will nicht subtil sein!»

Das erste literarische Genre, das Rebekka Kricheldorf beherrschte, war das Schmähgedicht. «Es lebte einst, ich weiß nicht wo / ein Mensch, der hieß Gorilla-Joe / Er war nicht schön, er war nicht klug / doch Haare hatte er genug / Die hingen tief ihm ins Gesicht / So sah er nie das Sonnenlicht.» Dieses lyrische Frühwerk beispielsweise entstand Mitte der achtziger...

Sterne, hm!

Der Regisseur hatte so eine Ahnung. Als der Schauspieler auf der Probe schlapp machte, schickte er seinen quirligen Assistenten hinauf, der sich mit Verve in die Szene schmiss, und dem Regisseur stand der Mund offen. Der Regisseur war Gerd Heinz, und der gedrehte Assistent Hans Christian Rudolph, Spross einer gerühmten Theaterfamilie. Schluss mit Regie also. Dafür...