Zumutung gegen Vermutung
Die eine wettert gegen «die Schwuchteln», «Scheißisrael» und «bürgerliche Pornoschlampen». Der nächsten sind «die toleranten Arschlecker» ein «Gräuel». Auch die Dritte hat «knallharte Ansichten: Es lebe der Gottesstaat! Es lebe der islamische Kampf im Irak und in Palästina! Amerika ist der Große Teufel!». Die zum Islam konvertierte Deutsche hält nichts von Ausländern: «Sie sind so extrem, sie schwitzen und stinken, sie haben kein Benehmen.
» Und die Querschnittsgelähmte fleht Allah an, er möge ihren Pfleger fertigmachen, «die Darmschlingen sollen dir, Pfleger, herunterbaumeln und schlackern neben deinen Beinen». Was zum Teufel sind das für Frauen? Verblendete Ideologinnen, selbstbewusste Hassmaschinen, abgefuckte Zeitbomben?
Jedenfalls werben die «Schwarzen Jungfrauen», deren authentische Lebensbeichten der Schriftsteller Feridun Zaimoglu in insgesamt zehn Monologen aufgeschrieben hat, nicht gerade um Mitgefühl und Verständnis. Weder für ihren orthodoxen Glauben, noch für ihre Biografien und Anschauungen, die voller Widersprüche stecken. In einer Gesellschaft, die sich von Integrationskrisen geschüttelt und von Fundamentalisten bedroht glaubt, sind diese Neo-Musliminnen starker ...
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Nein, noch ist es nicht ganz vorbei mit den glücklichen Tagen des Kapitalismus, in denen sich unsere Gesellschaft Theater leisten kann und diese Theater Schauspieler, und die Schauspieler es sich wiederum leisten können, Musik zu hören und dazu kleine absurde Geschichten zu erfinden – alles ganz entspannt! «Wir werden siegen! Und das ist erst der Anfang» heißt der...
Der Originaltitel lautet «Scenes from the Big Picture», und das trifft das Stück-Werk des irischen Dramatikers Owen McCafferty weitaus besser als der deutsche Übersetzungsversuch mit «Ein Tag im Leben des Frank Coin». Der soll so etwas wie eine «runde Sache» versprechen, immerhin einen Anfang und einen Ausklang in einem freilich endlosen Kreislauf; die...
Laut Grimme-Preis-Jury ist sie «die Entdeckung des Jahres für Schauspielleistung», und zwar in nicht weniger als vier Fernseh-Spielfilmen: Nina Kunzendorf, seit 2001 im Ensemble der Münchner Kammerspiele und dort häufig in großen Frauenrollen zu sehen – als Verführerin Ysé in Paul Claudels «Mittagswende», als tobende Klytaimnestra in der «Orestie» und als stumme...
