Künstlerkosmos en miniature
Der Vorhang ist gefallen. Schon lange vor Aufführungsbeginn hat ihn Armin Petras für seinen Abschied vom Frankfurter Schauspiel unter Elisabeth Schweeger der Schwerkraft überantwortet. Da liegt das edle Tuch nun in seiner samtroten Pracht, von Olaf Altmann über Rückwand und Boden drapiert, und wird begangen, bespielt, beschlafen und bewässert, statt sauber gehängt Anfang und Ende zu verkünden. Das ist folgerichtig, da auch das Stück, das sich auf ihm ereignet, auf beides verzichten will.
Es geht irgendwo los – in einer Schauspielprobe, und hört irgendwann auf – inmitten einer Aufführung in der Aufführung. Was bei John Cassavetes, auf dessen Film «Opening Night» (1977) der Abend basiert, das Theater im Film ist, ist auf der Frankfurter Bühne das Spiel im Spiel. Selbstreflexionen über Theater und Schauspielerberuf gilt es zu verhandeln, ebenso aber Altersangst, Sterben, Liebesverlust und Einsamkeit, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Petras hat konzentriert und reduziert, sein sechsköpfiges Ensemble springt zwischen den Rollen, ohne aus ihnen zu fallen, und es wird deutlich weniger getrunken und geraucht als im Film.
Sie scheinen dennoch alle ziemlich ungesund zu leben. ...
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