Gott, ist das ungeil
Ganz am Schluss heißt es plötzlich im Programmheft: «ja / ja / ja / ja / ja / jajaja / ja / ja / ja / ja / ja / ja / jaaa / mein Gott / ist das geil». Der Titel des Gedichts (bitte laut lesen): «Im Bett», der Autor: Rainald Goetz. Dass diese rundum begeisterten Zeilen der deutschen Popdichterikone, dass diese nackte Affirmation hinter Max Frisch, Sigmund Freud, Hermann Hesse, Thomas Mann undsoweiter noch diesen letzten schmalen Platz am äußersten Rande von Stefan Bachmanns «Amphitryon»-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin erhalten hat, ist symptomatisch.
Jedenfalls im Nachhinein.
Zuvor rechnete man ja noch ernsthaft damit, dass Stefan Bachmann, einer der ersten und wichtigsten Vertreter der Poptheater-Welle der neunziger Jahre, mit diesem Kleist sichtbar an all das anknüpfen würde: an seine stürmische Klassiker-stürmende Berliner Zeit mit dem Theater Affekt, an seine sechs erfolgreichen Jahre am Theater Basel, an Pop-Inszenierungen wie etwa die Uraufführung von Rainald Goetz’ «Jeff Koons» 1999 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Vor zwei Jahren hatte der 39-jährige Schweizer seinen Job als Basler Schauspieldirektor vorzeitig gekündigt und war ein Jahr lang mit Kind und ...
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