Die Diktatur des Paradieses
«Es geht uns eigentlich ganz gut.» Doch, das darf man sagen, wenn man in Coby County lebt. Coby County, das ist: Meer, goldener Sand, eine Stadt, die weitgehend aus Luxushoteltürmen besteht. Außerdem aus glücklichen Menschen wie dem Literaturagenten Wim (Justus Ritter) und seinem besten Freund Wesley (Peter Fasching), zwei Mittzwanzigern, die einen befriedigenden Müßiggang leben, umgeben von Kunst, guten Gesprächen und manchmal ein wenig zu exzessivem Feiern. «Am häufigsten muss ich mich nach ausgelassenen Festen übergeben», klagt Wim.
Schlimm ist das aber nicht, weil: Wenn er sich übergibt, dann inszeniert Wim das als «rebellische Geste», als kleines Aufbegehren gegen die freundliche Diktatur des Paradieses.
Leif Randts 2011 erschienener Roman «Schimmernder Dunst über Coby County» feiert die milde Ereignislosigkeit einer Gesellschaft, der es schlicht zu gut geht. Es gibt keine sozialen Verwerfungen, wer arbeiten will, der findet einen Job, wer nicht will, erhält ein staatliches Gehalt, und politischer Streit beschränkt sich auf Diskursfloskeln zweier verwechselbarer Kandidaten um das Bürgermeisteramt.
Felix Rothenhäuslers Coby County ist ein utopischer Ort, eine mit Glitzer ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Falk Schreiber
Vor dem eisernen Vorhang andächtig aufgereiht, eröffnen die Burgunder den Abend mit einer eingängigen Melodie. Ohrwurmhaft kehrt der Beginn des mittelalterlichen Nibelungenliedes wieder und wieder: «si wart ein scœne wîp». Bei der Kriemhild nimmt die Bochumer Inszenierung ihren Ausgang. Mit expressiver Körperlichkeit löst sich Jana Schulz alsbald aus der Gruppe und...
Das Stück
Felicia Zeller
Die Welt von hinten wie von vorne
© henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH 2013
PERSONEN
Klaus Klausen
(Kreativ-Geschäftsführer von MOVER UND SHAKER UND PARTNER Deutschlands größter PR-Agentur)
Transparenz ist für uns ein wichtiges Konzept
Jedoch nicht
Als standardisiertes Dogma
Sandra Ardnas
(Direktorin Kreation und Strategie)
Mein...
In der Nacht zum fünfzehnten August, etwa ein Monat vor seinem Tod, erzählte mir Otto Sander im Traum, daß sein erster Auftritt in der darstellenden Kunst bereits 1941, kurz nach seiner Geburt, stattgefunden habe. An der Seite des damals berühmten Paul Kemp sei er in den Anfangssequenzen eines Ufastreifens das schreiende Baby, ein Findelkind, gewesen, das den...
