Die Diktatur des Paradieses

Bremen Theater (Kleines Haus): nach Leif Randt «Schimmernder Dunst über Coby County»

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«Es geht uns eigentlich ganz gut.» Doch, das darf man sagen, wenn man in Coby County lebt. Coby County, das ist: Meer, goldener Sand, eine Stadt, die weitgehend aus Luxushoteltürmen besteht. Außerdem aus glücklichen Menschen wie dem Literaturagenten Wim (Justus Ritter) und seinem besten Freund Wesley (Peter Fasching), zwei Mittzwanzigern, die einen befriedigenden Müßiggang leben, umgeben von Kunst, guten Gesprächen und manchmal ein wenig zu exzessivem Feiern. «Am häufigsten muss ich mich nach ausgelassenen Festen übergeben», klagt Wim.

Schlimm ist das aber nicht, weil: Wenn er sich übergibt, dann inszeniert Wim das als «rebellische Geste», als kleines Aufbegehren gegen die freundliche Diktatur des Paradieses.

Leif Randts 2011 erschienener Roman «Schimmernder Dunst über Coby County» feiert die milde Ereignislosigkeit einer Gesellschaft, der es schlicht zu gut geht. Es gibt keine sozialen Verwerfungen, wer arbeiten will, der findet einen Job, wer nicht will, erhält ein staatliches Gehalt, und politischer Streit beschränkt sich auf Diskursfloskeln zweier verwechselbarer Kandidaten um das Bürgermeisteramt.

Felix Rothenhäuslers Coby County ist ein utopischer Ort, eine mit Glitzer ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Falk Schreiber

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