Aufgewacht in Ruinen

Neustart in Heidelberg: Peter Spuhler will ein Theater beleben, dem es schlechter geht, als der Ruf es zulässt

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So kennt man ihn. Immer mit einem Programmheft in der Hand, das er dem Gesprächspartner auf jeden Fall zusteckt. Neuerdings legt er noch einen drauf und überrascht den Premierenbesucher mit einem Sektglas und der blauen Blume der Romantik im Revers. Man darf sinnieren, ob er mit dem blauen Touch lediglich sein «Ich krieg euch alle»-Lächeln untermalen will oder nicht doch ganz nebenbei ein Bekenntnis zur Stätte seiner neuen Intendanz ablegt.

Peter Spuhler ist in einer Stadt angelangt, die verkrampft mit der eigenen romantischen Vergangenheit kokettiert und darüber gelegentlich die Gegenwart vergisst. Dass beim zuständigen Regierungspräsidium noch kein Antrag auf Zulassung eines Schildes mit der Aufschrift «Hauptstadt der Romantik» an der A5 vorliegt, kann nur damit zu tun haben, dass vorne an der Autobahn zuerst einmal die in den USA und Japan so überaus beliebte Schlossruine platziert werden musste. 

«Romantik» und «Ruine» sind denn auch die Stichworte für die Städtischen Bühnen Heidelbergs. Wer hier was werden will, sollte sich mit dem Romantikschleier über der Stadt arrangieren, ohne selbst im Ungefähren des blauen Dunstes zu verschwinden. Und wer hier einen Neustart versucht, ...

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Theater heute Dezember 2005
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Jürgen Berger

Vergriffen
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