Kultur Null
Drei Tage dauerte das Theaterspektakel der «Moskauer Prozesse» in den Räumen des Sacharow-Zentrums. Genau in diesem Saal stürmten im Jahre 2003 rechtgläubige Aktivisten die Ausstellung «Vorsicht, Religion!», genau hier öffnete vier Jahre später die Ausstellung «Verbotene Kunst 2006». Und genau hier schauten am dritten Tag der «Moskauer Prozesse» rechtgläubige Kosaken herein, um sich mit der Rückkehr der Sünder zu befassen.
Die Kosaken waren eigentlich auf dem Weg zu einer anderen Kulturveranstaltung, ins Puschkin-Museum, offenbar um dort zu stören, erhielten aber auf dem Weg dorthin Befehl, sich mit dem «Sakrileg» zu befassen, dass im Sacharow-Zentrum schon wieder vor sich ginge.
Diese Art von «Sakrileg» wird sie verwundert haben: Dokumentartheater bester Tradition, ein überall in Europa populäres, den Bewohnern Russlands aber praktisch unbekanntes Genre. Die unmittelbar Beteiligten der drei Strafprozesse waren auf der Bühne neben extra eingeladenen Experten für zeitgenössische Kunst, Spezialisten für religiöse Fragen, Juristen und Journalisten platziert. Einige von diesen spielten Rollen, wie zum Beispiel die Kolumnistin des Fernsehkanals «Doschd», Olga Schakina, die als Richter ...
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Ausland, Seite 48
von Marina Davydova
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