Szenen einer Ehe
Eigentlich ist die Mutter der Wildente einfach ein dummes Huhn. Gina hat sich vor 15 Jahren vom ehemaligen Arbeitgeber, dem reichen Werle, schwängern und weiterreichen lassen an den Sohn seines gescheiterten Kompagnons Ekdal, Hjalmar, ein Mann mit hochfliegendem Selbstbild und geringen Energien. Ihm hat sie das Kind Hedwig untergeschoben und führt ihm den Haushalt, das Fotografiergeschäft und Reden, in denen sie Fremdwörter verballhornt. Ein praktisches, aber sehr schlichtes Gemüt.
Und in Henrik Ibsens «Wildente» nur eine etwas lächerliche Nebenfigur, die nichts versteht von der desaströsen «idealen Forderung» im Zentrum des Dramas, dem rigiden Aufklärungswillen des idealistischen Brutalos Gregers Werle, in dem Henrik Ibsen selbst sein lebenslanger theatralischer Kampf gegen die «Lebenslügen» des Bürgertums suspekt wurde.
Barbara Bürks Hannoveraner «Wildente» rückt diese Herz-und-Hand-Figur liebevoll aus der Peripherie ins Zentrum ihrer menschenfreundlichen Inszenierung. Gina ist hier eine Russin, die dralle, herzliche Jana Lissovskaja im dekolletiert Geblümten, in einer Mischung aus Verachtung, Liebe, Fürsorge und Durchblick von Herzen zugetan ihrem verspielten Kindsmann ...
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