Geht nicht, gibt es nicht

Auskömmliche Finanzierung, ein einheitlicher Theatertarifvertrag, mehr Zeit, freier Eintritt und Kitas – Sewan Latchinians Wunschliste ist lang

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Als mich die Anfrage zu diesem Thema erreichte, erschrak ich zunächst, denn in über 15 Jahren Leitungsverantwortung an nicht idealen Theatern hatte ich nie mehr darüber nachdenken können, was ideal wäre. Sondern immer nur darüber, wie Optimales im
Unidealen zu schaffen sei. Umso neugieriger war ich auf meine eigenen Wünsche. Diese sind seit mehreren Vorbereitungsmonaten in Rostock in vielem entgegengesetzt zu meiner tagtäglichen Realität.

Ein inniger Wunsch wäre, nicht mehr die Bedrückung aushalten zu müssen, ob die gewollte Kunst überhaupt machbar ist für das vorhandene Geld – oder ob die Kunst überhaupt gewollt ist in der Stadt, in dem Bundesland. Inszenieren zu dürfen mit Muße, Ruhe, Zeit, solch ein Arbeiten ist mir seit meinen Jahren am Deutschen Theater Berlin gar nicht mehr erinnerlich.

Dass aus materiellem Mangel mit viel Fantasie und einer motivierten Belegschaft poetischer Reichtum kreiert werden kann, haben wir in Senftenberg bewiesen, und das werden wir auch in Rostock tun. Aller­dings stellt sich immer drängender die Frage, halten das meine Mitarbeiter, und wie lange halte ich das aus – und durch? Reproduzieren Idealismus, Selbstausbeutung, Verzicht, um der ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 34
von Sewan Latchinian

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