Reale Utopien
In letzter Zeit wird wieder verstärkt übers Theater gestritten, vor allem über seine Zukunft. Wie soll sie aussehen? Die Stadttheater bewahren? Eine zweite Säule aus Projektförderung daneben stellen? Mehr Produktionshäuser gründen? Und wie geht es überhaupt mit dem Ensemble- und Repertoirebetrieb weiter? Übernimmt der Apparat die Kunst? Das sind alles berechtigte Fragen, aber sie kommen immer von der praktisch-pragmatischen Seite. Sie werden diktiert von Produktionsbedingungen, Eigenfinanzierungsanteilen, Budgetdeckeln, kommunalen Finanzen etc.
Wir meinen: Wer zu praktisch denkt, schränkt sich von vornherein ein. Das Interesse der Künstler müsste doch erst einmal sein, von ihren Bedürfnissen auszugehen.
Deshalb fragen wir aus Sicht der Kunst: Wie sähe denn, wenn wir alle praktisch-pragmatischen Probleme einmal beiseite lassen, ein ideales Theater aus? Ohne Rücksicht auf Realisierbarkeit, einzig aus der Sicht der künstlerischen Wünsche? Mein ideales Theater – eine reale Utopie!
Antworten in diesem Jahrbuch von Björn Bicker, Robert Borgmann, Ruedi Häusermann, Karin Henkel, Fabian Hinrichs, Bettina Hoppe, Stefan Kaegi, Alexander Karschnia, Susanne Kennedy, Stephan Kimmig, Sylvana ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 4
von
Aus zwei verschiedenen Richtungen – wie Wagen in zwei Fahrtrichtungen auf einer nächtlichen Landstraße, die sich für einen einzigen kurzen Moment begegnen und dann aneinander vorbeirauschen –, so laufen die Geschichten und Lebenswege in Christoph Nußbaumeders Stück «Das Fleischwerk» aufeinander zu. Sie streifen, verletzen und verlieren sich. Brutal sind sie alle,...
Im ersten Spielzeitbuch zu Beginn seiner Intendanz 2010 in München ist ein Foto abgedruckt. Es zeigt Johan Simons, der die Maximilianstraße überquert. 45 Jahre früher hat er, Johan Simons, zum ersten Mal die Maximilianstraße überquert. 1965 war das. Johan war gerade mit dem Bus angekommen, stand auf der Maximilianstraße und schaute Richtung Kammerspiele.
Es gab...
Aus der Theatervorstellung, die ich gestern besucht habe, bin ich aufs Seltsamste erfüllt von einem durch die Bewegungen und Nichtbewegungen, dem Sprechen und Nichtsprechen der Schauspieler in mich hineingepumpten Raumgefühl wieder hinausgewankt, so dass ich eben zum Beispiel erst gestern, nachdem ich einige Stunden mit diesem völlig neuen Raum- und Klanggefühl...
