Freiflug über Neuland
Eva Behrendt Heike Makatsch, seit drei Jahren stehen Sie regelmäßig im Leipziger Centraltheater als Gast auf der Theaterbühne, unter anderem in der zum TT eingeladenen Inszenierung «Krieg und Frieden». Wer hat Sie dazu überredet – oder wen haben Sie davon überzeugt?
Heike Makatsch Ich wollte tatsächlich schon immer Theater spielen! Aber ich dachte, erst muss mich jemand entdecken. Ich hatte schließlich keine Ahnung, wie der Weg dorthin gehen soll. Da kam eines Tages Sebastian Hartmanns Anfrage – bzw.
die vorsichtige Formulierung: «Wir überlegen, ob wir ‹Paris, Texas› auf die Bühne bringen und Heike vielleicht Interesse daran hätte.» Freunde aus Volksbühnenkreisen haben mich darüber aufgeklärt, dass das ein interessanter Regisseur sei – und dann haben wir, meine Agentin und ich, den Faden gleich aufgenommen und festgezogen. Kurz: Die Idee kam aus Leipzig, aber ich war’s, die dann nicht mehr locker gelassen hat.
EB Freunde aus Volksbühnenkreisen: Heißt das, Sie sind zwischen Pollesch und Castorf theatersozialisiert worden?
HM Ja, für mich ist das ein magischer Ort. Hier haben sich mir Welten eröffnet, die Film und Fernsehen einfach nicht hätten erschließen können. Je weiter vom ...
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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 28
von Eva Behrendt
Ein Stück für Musik, nicht mit Musik, nennt sich Händl Klaus’ neuestes Werk «Gabe/Gift». Ein Stück für Sprachmusik. Händl Klaus, der Spezialist für das absichtsvoll Unheimliche unter den gegenwärtigen deutschen Theaterautoren, ist auch ein Sprachtüftler. Er erfindet eine Familiensprache – kein Dialog, ein gemeinsamer Monolog mit verteilten Silben. Eine Replik ist...
Nach der Papierform konnte man das noch für eine gute Idee halten: den Irrsinn der europäischen Partikularinteressen und Lobbyegoismen in einem Familienstück zu spiegeln, in dem sich Solidarität und Fürsorge und die eigenen Wünsche naturgemäß in die Quere kommen.
Drei Generationen-WG also. Opa, Tochter, Enkel ziehen in eine neue Wohnung, noch unmöbliert. Sohn Jakob...
Das Hehre im Normalmaß
Karin Beiers Kölner «Die Troerinnen» nach Euripides und Jean-Paul Sartre
Zweimal war Karin Beier während ihrer Kölner Intendanz mit eigenen Arbeiten zum Berliner Theatertreffen geladen, mit Ettore Scolas «Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen» sowie dem Jelinek-Triptychon. Ihre stark kondensierten «klassischen» Inszenierungen...
