Der hohle Mann
Die Inszenierung hatte ihr Handicap: In Stuttgart fiel kurz vor der Premiere Thomas Lawinky aus, und der eigentlich mehr vom Fernsehen her bekannte junge Marek Harloff sprang ein. In dieser kurzen Zeit kann niemand zu Richard III. werden, und sie reicht wohl gerade einmal dazu aus, den Text zu beherrschen. Harloff stand die drei Stunden tapfer durch. Über seinen Richard, irgendwo angesiedelt zwischen beleidigtem Muttersöhnchen und unmotiviertem Macker, musste man aber hinwegsehen.
Erkennbar bleibt nur das Chaos eines völlig unausgegorenen Konzepts.
So, wie bei Shakespeare Richard gnadenlos über Leichen zum Gipfel der Macht stürmt, treibt Borgmann seine Schauspieler schutzlos durch ein Gestrüpp abstrakt-absurder Einfälle. Da wird gebrüllt und geflüstert, gemeuchelt und auferstanden, rollengetauscht und viel Zeit verblödelt. Die Welt ist eine Drehscheibe, die symbolschwer kippt und wippt. Vielleicht, weil sich alles in einem «Wackelstaat» abspielt?
So blinkten die Lampen, färbte wabernd blutrot sich die Szene, und Richards Leichen schauten auf der Videoleinwand zu, wie man ihnen die Augen schließt. Nach seinem Pferd japst der König schließlich nackt und vollgekleistert mit ...
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Theater heute November 2014
Rubrik: Chronik Stuttgart, Seite 58
von Bernd Noack
Aachen, Theater
13. Bauersima, norway.today
R. Mazdak Tavassoli
14. Molière, Der Menschenfeind
R. Dominik Günther
21. Andersen, Die Schneekönigin
R. Elina Finkel
Aalen, Theater der Stadt
13. Nöstlinger, Konrad oder
Das Kind aus der Konservenbüchse
R. Winfried Tobias
23. Sommerfeldt, Koma
R. Jonathan Giele
Altenburg/Gera, TPT
22. Stengele/Zoungrana,
Die Schutzlosen. Les...
Reibung erzeugt Wärme. Man kann sie sich auch selbst beschaffen. Die Haut juckt, man muss sich kratzen oder die Beine scheuern, wie es der ehemalige Gutsbesitzer Telegin und auch die junge Frau Elena tun. Aber was wäre schon groß dabei, sich von einem fremden Körper, gleich welcher Art, anfassen zu lassen? Wenn es nur die Temperatur erhöht, die Illusion von Nähe...
Mit einer Blutgrätsche wurde die Saison am Volkstheater Rostock (VT) eröffnet. Anders kann man es nicht formulieren in einer Stadt, in der der örtliche Fußballverein Hansa, inzwischen in der dritten Liga beheimatet, noch immer die städtische Identität prägt. Da wurde nach fünf Jahren Interimsintendanz endlich wieder ein Theatermacher per öffentliche Ausschreibung...
