Ahoi, Sechs-Sparten-Haus!
Mit einer Blutgrätsche wurde die Saison am Volkstheater Rostock (VT) eröffnet. Anders kann man es nicht formulieren in einer Stadt, in der der örtliche Fußballverein Hansa, inzwischen in der dritten Liga beheimatet, noch immer die städtische Identität prägt. Da wurde nach fünf Jahren Interimsintendanz endlich wieder ein Theatermacher per öffentliche Ausschreibung bestellt, noch dazu einer, Sewan Latchinian, der an seiner letzten Station in Senftenberg bewiesen hat, dass er kräftig zu rödeln vermag.
Und der sendet sogleich Aufbruchsignale: verpasst dem Haus einen neuen maritimen Außenauftritt, verkündet den Ausbau des Vier- zum Sechsspartenhaus (mit Bürgerbühne und Figurentheater zusätzlich zu Oper, Tanz, Schauspiel und Philharmonie) und setzt zum Saisonstart den «Stapellauf» als allumfängliches Allsparten-Event an (von der Art jener Marathons, wie er sie in Senftenberg, einem ungleich kleineren, reinen Schauspielhaus, schon praktizierte). Doch plötzlich ist in den Tagen vor dem «Stapellauf» überhaupt nicht mehr die Rede von Aufbruch, sondern von Defiziten, Haustarifregelungen, Spartenschließung. Die Politik hat, wie so oft in den letzten Jahren in Rostock, zugeschlagen oder, um ...
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Theater heute November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Christian Rakow
Franz Wille «Furcht und Ekel» handelt vom alltäglichen Rechtsextremismus und trägt den schönen Untertitel «Das Privatleben glücklicher Leute». Was ist das Glück dieser Leute?
Dirk Laucke Schon der Titel ist natürlich eine doppelte Anlehnung, einerseits an Brechts «Furcht und Elend im Dritten Reich» und Franz Xaver Kroetz’ «Furcht und Hoffnung in der BRD». Und der...
Für Arthur, Danilo und Feine Sahne Fischfilet.
Das Stück beruht auf Augenzeugenberichten und Zeitungsnotizen aus den Jahren 2007 bis 2013.
Schrägstriche (/) im Text deuten überlappenden Sprecheinsatz durch den nächsten Sprecher an.
Das Werk ist eine Auftragsarbeit des Staatstheaters Stuttgart
1. Abfertigung / Der Verrat
Flughafengeräusche. Karl und Meret...
Wer denkt, dass man sich als Ausländer hierzulande integrieren sollte, muss sich unbedingt mal die Brasiliendeutschen ansehen. Die stolzen Alteuropäer, Nachfahren neugieriger oder auch nur überlebensaktiver Auswanderer vom Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, leben zum Teil schon in der fünften oder sechsten Generation in ihrer neuen Heimat in Santa Catarina...
