Wohlstandskinder und Obdachlose

Auf dem dritten «Fast-Forward»-Festival in Braunschweig verhandeln Nachwuchs-Theaterkünstler aus ganz Europa die Un­gerechtigkeit der Welt

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Ein versponnener Moderator begrüßt uns zwischen bunten Lampions zum Festival. Echte Asylanten und Flüchtlinge habe man mit viel Mühe nach Basel geholt. Es sei gar nicht so einfach gewesen, eine Sonderausgangserlaubnis für die Ausländer zu bekommen. Aber schließlich seien sich alle einige gewesen: Die haben hart gearbeitet, das haben sie sich verdient. Und an ihren Erfahrungen könnten jetzt schließlich alle teilhaben. Denn Heimat sei Musik, und «diese Hei­matmusik» hätten alle Teilnehmer mitgebracht, da könne man sich schon freuen.

Mit einem wirklich bösen Auftakt startet das diesjährige «Fast-Forward. Europäisches Festival für junge Regie» am Staatstheater Braunschweig, zu dem Kuratorin Barbara Engelhardt zum dritten Mal Produktionen aus ganz Europa eingeladen hat.

Regisseur Lorenz Nufer will sich in «Ùzivo Frau Stirnimaa!» mit der Integrations-Politik seiner Schweizer Heimat komödiantisch ausein­andersetzen. Die Teilnehmer des fiktiven «World Music 2013»-Festivals singen, wunderbar überzogen, schiefe Flüchtlingslyrik, ganz so wie sich der Durchschnitts-Bürger die armen Ausländer von nebenan vorstellen mag. Unwissend, dass die fünf in Wirklichkeit Wohlstandsverlierer aus der ...

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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 68
von Alexander Kohlmann

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