Neue Stücke I
Nichteingeweihten wird der Titel des neuen Pollesch-Zweiteilers «Diskurs über die Serie und Reflexionsbude (Es beginnt erst bei Drei), die das qualifiziert verarscht werden great again gemacht hat etc. Kurz: Volksbühnen-Diskurs» vielleicht etwas merkwürdig erscheinen. Kenner des Berliner Theaterkampfplatzes aber horchen auf: Will René Pollesch etwa die Worte des Castorf-Nachfolgers Chris Dercon unvergesslich machen? Vergleichsweise klassische Dramatik erwarten lassen Fritz Katers «Love you, Dragonfly», ein Auftragswerk für das Theater Bonn (R.
Alice Buddeberg) über sechs Menschen in Umbruchsituationen.
Lukas Bärfuss erklärt mit «Frau Schmitz» am Schauspielhaus Zürich die Globalisierung; Regie führt Barbara Frey. Simon Stephens’ «Birdland» erzählt vom Zusammenbruch eines zynischen Popstars, die deutsche Erstaufführung inszeniert Burkhard Kosminski in Mannheim. Mit «Schönheit» am Oldenburgischen Staatstheater setzt Nino Haratischwili der Blutgräfin Elisabeth Báthory aus dem 16. Jahrhundert ein Denkmal (R. Isabel Osthues). Till Müller-Klug denkt in Leipzig über die Tücken künstlicher Befruchtung nach: «Der Minusmensch» (R. Steffen Klewar). Und Oliver Schmaering/Ulf Schmidt ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Daten, Seite 56
von
«In einer vom Krieg zerstörten Stadt», «ein terroristischer Akt präzendenzlosen Ausmaßes», «alles ist zerstört, die Menschen weggezogen, die Gegend verwaist» – in solch unerfreulichen Situationen entwerfen junge Theatermacher*innen und -autor*innen gerne ihre Stücke. Am Schauspiel Hannover lässt Marianna Salzmann zwei Überlebende einander bekriegen: «Die...
«ALL I SEE» – alles, was ich sehe – steht auf dem Szenenvorhang. Zum Auftakt fangen die Buchstaben nervös zu blinken an. Was sehe ich, was kann ich erkennen, werde ich als der erkannt, der ich bin? Im Verlauf seiner sehr freien «Iphigenie»-Adaption auf der Kammerspielbühne des Frankfurter Schauspiels lässt Ersan Mondtag ein paar Mal den Zusammenhang von Erkenntnis...
Es gibt in Avignon so etwas wie ein heimliches Ranking: Wer schafft’s am längsten? Ariane Mnouchkine, «Les Ephémères»: acht Stunden. Peter Brook, «Mahabharata»: elf Stunden. Antoine Vitez, «Der Seidene Schuh»: zwölf Stunden. Thomas Jolly, «Heinrich VI.»: 18 Stunden. Olivier Py, «La Servante»: 24 Stunden! In die mittlere Kategorie reiht sich nun mit elfeinhalb...
