Barfuss im Anzug

Theodoros Terzopoulos und Jannis Kounellis zeigen in Athen «Prometheus gefesselt» als Teil einer deutsch-griechisch-türkischen «Promethiade» der Kulturhauptstädte Istanbul und Essen

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Ein Prometheus heute, ganz und gar Gegenwart und Zeitgenosse? Gut zweitausendfünfhundert Jahre nach Aischylos «Prometheus gefesselt» in drei Versionen in drei Städten zu produzieren, in Athen sowie den diesjährigen Kulturhauptstädten Istanbul und Essen, scheint – Prometheus Sequel I – III – nicht ohne Reiz.

Doch dass man die Erwartungen auf die Produktionen der türkischen Regisseurin Sahika Tekand (ein «Antiprometheus»), des Griechen Theodoros Terzopoulos, gepaart mit dem Konzeptkünstler und Bildhauer Jannis Kounellis und der deutschen Gruppe Rimini Protokoll («Prometheus in Athen») zu hoch geschraubt hatte, zeigte sich bereits zum Greek Festival in Athen.

Vielleicht sähe ja der Prometheus der Gegenwart mehr aus wie Elissa an jenem heißen Donnerstagnachmittag Anfang Juli vor dem Parlament der griechischen Hauptstadt: Tag des Generalstreiks, nichts geht mehr. Die Kundgebung gegen die Rentenreform hat sich bereits um zwei Uhr aufgelöst. Fahrzeuge der Stadt­reinigung kurven vor dem Parlamentsgebäude am Syntagma Platz wie Hummeln um den Brei. Erste Touristen nehmen die Wachsoldaten mit ihren ulkigen Käppis und Bommeln an den Schuhen ins Visier. Dazwischen hat sich Elissa positioniert, ...

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Theater heute Oktober 2010
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Max Glauner

Vergriffen
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