web: you make, re make...
...ist ein YouTube-Projekt der israelischen Choreografin Renana Raz. Ihre Tänzer und Ko-Choreografen geraten zuweilen ein wenig in die Klemme: zwischen ihrer Kunst und der populärsten Videosammlung der Welt. Uri Shafir tanzt in «Just a Kid» sein streng künstlerisches Solo. Und aus YouTube sendet ein rothaariger Kraftbolzen von Kind die Imitation seines Tanzes – genießen kann Shafir allenfalls die Selbstironie. In «Re: Reaction» sieht man geschorene US-Marines und auch eine Großmutter, die ein ziemlich ekliges YouTube-Video ansehen muss, das auf der Bühne – nicht gezeigt wird.
Man muss als Publikum selbst zum Laptop. Die in den Rängen verbliebenen Zuschauer sehen live ganz ähnliche Reaktionen auf diesen mysteriösen, aber hier nie öffentlich gezeigten Clip. Dramatisch geht es auch: Das kämpferische Liebesduett «Beauty & Beast» offenbart sich durch YouTube als die Paarung zweier Grizzlybären. Renana Raz’ Konfrontation zeitgenössischen Tanzes mit den seichten Tiefen weltweiter Videoproduktionen ist randvoll von künstlerisch köstlichen Kapriolen. Derzeit erarbeitet sie die zweite Edition: für YouTube und – hoffentlich – mit einer Menge Koproduzenten.
youmakeremake.com
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Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 56
von
Mit der jüngsten Premiere am Prager Nationaltheater ist der 42-jährige Tänzer und Choreograf Petr Zuska gewissermaßen heimgekehrt. Zwar ist er schon seit 2002 der künstlerische Leiter der 53-köpfigen Kompanie. Für seine tschechischen Landsleute aber hat er nun fünf seiner Stücke einstudiert, die bislang nur in Australien, China, Russland oder Deutschland zu sehen...
Als «Fingerübung» wird die Koproduktion von Ioana Mona Popovici und der Theaterfakultät der Janácˇek-Akademie für Musik und darstellende Kunst in Brünn im Programmheft bezeichnet. Tatsächlich spielen Finger in «The Amnesic Days of the Polar Nights» eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Wie frierend reibt sich Nela Kornetová zu Beginn die klammen Finger....
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen...
