Volksball à la française
Cancan, Baguette, Guinguette. Das Triptychon der Frankreich-Klischees enthält gleich zwei Tanztraditionen aus dem 19. Jahrhundert, und beide sind mit dem Ball liiert. Während der Cancan derzeit versucht, wieder ein authentisches statt rein touristisches Dasein zu finden, stehen die Guinguettes an den Flussufern vor den Toren von Paris schon längst wieder in voller volksnaher Blüte. Zumindest in der warmen Jahreszeit. Renoir und Van Gogh hielten sie in Ölfarben fest, so wie Toulouse-Lautrec das Treiben in den Cabarets auf Montmartre überlieferte.
In den 1970er-Jahren, als Frankreich seinen Nachkriegsaufschwung erlebte und sich modernisierte, als überall Kulturhäuser gebaut wurden und mitten in Paris das Centre Pompidou entstand, da erschien es seinen Bewohnern muffig und provinziell, die Hauptstadt zu verlassen, um in der Banlieue das Tanzbein zu schwingen. Das Wochenendvergnügen suchte man fortan in Rom, Amsterdam, Madrid oder Berlin. Die meisten der Tanzlokale am Flussufer wurden abgerissen. Doch einige überstanden die Flaute, und heute gibt es wieder eine richtige Szene, die sich trifft, sobald die lauen Sommernächte locken, und die jedes Jahr am 14. Juli ihre «Miss Guinguette» ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Serie: Gesellschaftstanz, Seite 64
von Thomas Hahn
Das letzte Schaltjahr oder Leap Year war 2016. Der Libanonkrieg fand 2006 statt. Zehn Jahre lang, von der Bombardierung Beiruts am 12. Juli 2006 durch die israelische Armee bis zum 31. Oktober 2016, dem Tag, an dem der Libanon wieder einen Präsidenten hatte, führte Rabih Mroué ein recht eigenartiges Tagebuch. Der bald darauf nach Berlin emigrierte Choreograf,...
Der Nachtzug ist eine wunderbare Bühne für tänzerische Auftritte aller Art. Natürlich kommt dafür grundsätzlich auch ein Nachtfernbus infrage, zumal inzwischen eine stattliche Flotte durchs Land kreuzt: von Stuttgart nach Berlin, von München nach Leipzig, von Hamburg nach Leverkusen – nein, Köln muss gerade mal aussetzen, aufgrund der innerstädtisch katastrophalen...
Newcomer: Margarida Neto
Zumeist trägt diese Frau Spitzenschuhe – und ragt dann regelrecht gen Bühnenhimmel. Zudem lässt sich selbst noch auf Fotos etwas Außergewöhnliches bewundern: ihre wahnsinnige Extension, stehend im Überspagat, mit keck vorgeschobener Hüfte – manchmal auch ein schräg gerecktes Bein, das wie eine verführerische Waffe um wenige Zentimeter am...
