Der Nachtzug
Der Nachtzug ist eine wunderbare Bühne für tänzerische Auftritte aller Art. Natürlich kommt dafür grundsätzlich auch ein Nachtfernbus infrage, zumal inzwischen eine stattliche Flotte durchs Land kreuzt: von Stuttgart nach Berlin, von München nach Leipzig, von Hamburg nach Leverkusen – nein, Köln muss gerade mal aussetzen, aufgrund der innerstädtisch katastrophalen Verkehrssituation kann man da nirgends noch ein Omnibus-Terminal hinquetschen.
Im Nachtbus, sagen wir von Garmisch-Partenkirchen nach Halle (Abfahrt 20:40, Ankunft 11:15, ein Umstieg in Berlin), folgt die Choreografie allersimpelsten Spielregeln: Möglichst geschwind an der Einstiegs-Schlange vorbeidrücken, einen halbwegs angenehmen Sitzplatz errangeln, in der abgedunkelten Kabine dösen, bis auf der Hälfte der Strecke zwecks Blasenentleerung ein Rasthof angesteuert wird, Ausschwärmen zum WC (Tarif 70 Cent), gefolgt von kollektiver Drängelei vor der Süßwarentheke oder am Aschenbecher, zurück zum Platz, Weiterdösen und nach der Ankunft den Busfahrern «Dankeschön» sagen – so viel Freude haben Sie noch selten in Gesichtern aufblitzen sehen!
Der Nachtzug bietet indes erheblich mehr Bewegungsspielraum, verlangt den Fahrgästen ...
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Tanz Mai 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Dorion Weickmann
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