Utrecht: Alida Dors/Backbone & Silbersee «Speak up!»

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Nietzsches «Gott ist tot!»-Deklaration ist bloß ein schüchterner Hinweis, jedenfalls verglichen mit dem zornigen Nihilismus, der auf Alida Dors‘ Bühne rausgedonnert und -gegeifert wird. «Speak Up!», fordert sie in ihrer neuen Choreografie, und das meint: Kampf allen Göttern! Kampf den Religionen, scheinheiligen Trostbotschaften,  falschen Priestern! Alida Dors zeigt uns, wo der Hammer hängt und offenbart sich als neue Ikonoklastin unter den Choreografen. Ihre Tänzer zitieren Haltungen und Gesten spiritueller Idole wie die zart gekreuzten Finger eines segnenden Jesus.

Sie hotten ab wie in einer Gospelkirche und winden sich mit bodennahen Powermoves als afrikanische Ritualgruppe in die Ekstase. Dazu zwei fantastische Sänger, die zwischen den Tänzern wandeln wie Propheten und eigens komponierte Musikschnipsel von Romain Bischoff intonieren. Klangfetzen, die an Klezmer, Gregorianik, schamanistische Naturklänge erinnern, sogar ein bisschen Oper à la Händel scheint Bischoff im Komponisten-Repertoire zu haben.

Im Anfang war ... der Hip-Hop. Von ihm aus entwickelt die niederländische Choreografin mit Wurzeln in Suriname ihre Stücke für junges Publikum. Sie  arrangiert das ...

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Tanz Mai 2018
Rubrik: Kritik 5/18, Seite 50
von Nicole Strecker

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