The Back of Rio
Wenn Lia Rodrigues auf den Balkon ihres Apartments tritt, kann sie den Corcovado sehen, eines der Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Die Jesus-Statue segnet mit ausgebreiteten Armen die Stadt – und Lia hat sie täglich vor Augen.
Gávea ist eins der besseren Wohnviertel von Rio de Janeiro. Die schicken mehrstöckigen Häuser sind eingezäunt, natürlich gibt es Wachpersonal, das das Kommen und Gehen registriert. Ganz in der Nähe liegt der botanische Garten, den Lia oft besucht. Alles wächst hier in verschwenderischer Fülle.
Von ihrem Zuhause im Süden macht sich die Choreografin jeden Tag auf den langen Weg Richtung Norden. Zielpunkt ist Maré, eine der Favelas von Rio de Janeiro, die sich zwischen den Expressways Linha Vermelha, Linha Amarela und Avenida Brasil ausbreitet. Vor drei Jahren hat Rodrigues ihren Probenraum nach Maré verlegt. «Die Favela ist nicht irgendwo an der Peripherie, die Favela ist überall», sagt die Choreografin. Damit drückt sie präzis das Bewusstsein der brasilianischen Kunst-Szene aus. Die Favela, ein Ort der Gewalt, wird zum Ort der Kreativität und des Widerstands.
Man sieht gleich, wann man die unsichtbare Grenze zu Maré passiert. Unter der Autobahn stehen Reihen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
July 5, 2005 – a day like any other at the Gulbenkian Ballet. Rehearsals, talks on the corridors, everything going smoothly. Then the news came. The ballet company had ceased to exist a few hours earlier. Suddenly all rehearsals had to end, commissions were suspended (paid for but never premiered), no more tours, no more shows.
Reactions of incredulity came from all...
hat felsenfeste Positionen zementiert: dass Frauen gleich viel verdienen, gleich hart arbeiten, gleiche Chancen besitzen und bei der Erziehung der Kinder nur noch gleichen Anteil nehmen müssen wie die Männer. Wie auch immer die Gleichheit in Wirklichkeit aussieht – diese Gleichheit kommt als so verbindlich daher, dass es völlig egal ist, ob Gleichheit wirklich...
Zart schreitet Blanche unter ihrem Florentiner Hut am Arm des Arztes entlang der Bühnenrampe aus dem Haus Kowalski, das ihr so vulgär erscheint. Entzweit mit sich selbst: zwischen dem Triumph, von einem feschen Mann fortgeleitet zu werden, und der Ungewissheit, wohin er sie führt. Unstet ihre Augen, fahrig die Hände. Stanley winkt der Verstoßenen eine Spur zu...
