sylvie guillem
Modena also, italienische Provinz. An einem Vorfrühlingsabend startet Sylvie Guillem hier ihre Abschiedstournee, geht das letzte Programm «Life in Progress» im Teatro Communale Pavarotti erstmals über die Bühne. Am Ende nimmt sie die Ovationen des Publikums entgegen – und alles ist wie immer: Ganz allein steht sie da, ein spontanes, mädchenhaftes Lächeln auf den Lippen, voller Lebensfreude. Auch dieses Mal wirkt sie fast überrascht, so als käme die Anerkennung völlig unerwartet. Sie strahlt über das ganze Gesicht, und jeder im Zuschauerraum spürt den Zauber dieses Augenblicks.
Der nie mehr wiederkehrt, wiederkehren kann, weil die Zauberin beschlossen hat, dass sie genug gezaubert hat. Nämlich über 30 Jahre lang.
Revolutionärin im Spitzenschuh
Sylvie Guillem hat die Ästhetik und das künstlerische Erscheinungsbild der klassischen Ballerina im ausgehenden 20. Jahrhundert exemplarisch revolutioniert. Und dabei hat sie dieses ganz und gar unverwechselbare Lächeln begleitet, das hinter jeden ihrer Auftritte einen ganz persönlichen Schlusspunkt setzte. Darauf angesprochen, meint sie: «Das Ende einer Vorstellung ist der Abschluss eines überaus komplexen physischen, emotionalen und mentalen ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: menschen, Seite 16
von Silvia Poletti
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Die Bühne kreist, und mit ihr das zehnköpfige Ensemble in zwei Uraufführungen – in einer gemeinsamen Vision zwischen Traum und Ideal, die sich im Bühnenraum von Dorit Lievenbrück und in den Kostümen von Jelena Miletic ebenso spiegelt wie in der exzellent gefügten Kompanie.
Titelgemäß ambivalent choreografiert Stephan Thoss «Gefangen im tRaum». Fünf Paare tanzen vor...
war wohl doch nicht die Richtige: im April vorigen Jahres war die Ballettmeisterin zur Leiterin des Cedar Lake Contemporary Ballet ernannt worden, ein Jahr später macht die Kompanie nun zu. Mit einer nüchternen Mitteilung auf der Homepage kündigte Damiani am 20. März das Ende der 16-köpfigen New Yorker Avantgarde-Truppe an; Vorstellungstermine im Mai und Juni...
