regensburg

thoss «gefangen im traum», mori «bernarda alba»

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Die Bühne kreist, und mit ihr das zehnköpfige Ensemble in zwei Uraufführungen – in einer gemeinsamen Vision zwischen Traum und Ideal, die sich im Bühnenraum von Dorit Lievenbrück und in den Kostümen von Jelena Miletic ebenso spiegelt wie in der exzellent gefügten Kompanie.

Titelgemäß ambivalent choreografiert Stephan Thoss «Gefangen im tRaum». Fünf Paare tanzen vor einem kreisenden Treppenhaus, einem verschlossenen Portal. Körper bäumen sich auf, machen sich wichtig, knicken ein, schließen sich zu Kampfgemeinschaften zusammen, suchen die Nähe zu zweit, zu dritt, zu viert.

Immer wilder rotieren sie, expandieren in extremen Spreizungen und heftigen Armschwüngen. Unterdrückte Erotik explodiert expressiv zu zwei Streichquartetten von Bryce Dessner und einer Klangcollage von Daniel Lett und Stephan Thoss. Dann öffnen lyrische Töne den Raum, die Fenster und eine Tür in der Fassade. Zu barocken Klangmustern schweben im zweiten Teil Tisch und Stuhl. Im berührenden Pas de deux von Alessio Burani und Simone Elliott findet ein Paar zueinander, dessen Hingabe durchkreuzt wird von Schwerterklirren und Pfeiftönen. Zarte Berührungen werden in epileptisches Zucken verwandelt. Der Mann erstarrt zum ...

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Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Michaela Schabel

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