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Für viele geht es in erster Linie um Diana Vishneva, die Mariinski-Queen. Wegen ihr wollen sie das Werk vor allem sehen. Aber Diana warnt: «Das fühlt sich an wie Ballett fürs 21. Jahrhundert. Wenn Sie das gesehen haben, wird traditionelles Ballett auf Sie für immer wirken wie die reine Zeitlupe.» Wollen Sie das wirklich?
Diana Vishneva ist nicht überall mit auf Tournee.
In Amsterdam, zur Uraufführung im Muziektheater, spürte man ihre eigene Wucht auch nur am Schluss, als ihr zwei Tänzerinnen zu Füßen liegen und sie das Zitat des sterbenden Schwans skizziert, sobald sie sich aus den Leitplanken ihres Partners Jason Shipley-Holmes befreien kann. Es war Édouard Locks einziges Zugeständnis oder, so man will, seine Hommage an die berühmte russische Ballerina, die sich im Gegenzug in den diplomatischen Dienst für seinen Fortschritt in der Ballettkunst stellt.
Das Schwanenzitat kann auf anderen Stationen der Tournee auch schon mal entfallen. Lock legt niemals Wert auf symbolische Gesten. Er braucht keine pantomimischen oder motivierenden, den Charakter und seine Gefühle in die Luft malenden Expressionen. Bei diesem Meister aus Kanada ist der weibliche Körper seit je ganz bestimmt kein ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: produktionen, Seite 18
von Arnd Wesemann
Originalität
Über Originalität zu schreiben, das ist eine knifflige Angelegenheit. Wir alle – und nicht zuletzt die Veranstalter – wollen etwas Neues sehen. Aber das Problem ist: Du kannst kein Stück machen, indem du dich bemühst, originell zu sein. Denn so ein Stück wird immer nur davon handeln, originell sein zu wollen.
Vielleicht ist ja das, was dir am...
Das Ballett am Puls der Zeit – wie kein anderer klassischer Choreograf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts traf ihn Jerome Robbins in seiner frühen Phase, gleich mit seinem ersten Erfolg, dem Matrosenballett «Fancy Free» aus dem Jahr 1944, und ganz besonders 1957 mit den Tanznummern in Leonard Bernsteins Musical «West Side Story». Hier verband Robbins die...
«Break-Dance […] hat sich auch hierzulande etabliert», war am 12. März 1985 auf der lokalen Kulturseite des «Sächsischen Tageblatts» zu lesen – in einem Land, in dem es ihn eigentlich nicht geben durfte. Natürlich waren die sozialen Bedingungen in der DDR nicht annähernd jenen vergleichbar, die in den schwarzen Ghettos Amerikas zu seiner Entstehung beigetragen...
