Serie: Master-Macher – Gianni Malfer und Samuel Wuersten, Hochschule der Künste Zürich
Das Haus riecht frisch. Noch erschließt es sich denen, die nun hier arbeiten, nicht auf Anhieb. Gianni Malfer wechselt ein paar Mal die Richtung und ein paar Mal den Korridor, bevor er die Tanzstudios der neuen Schule zeigt. Dann aber ist die Besucherin erschlagen: Da reiht sich ein Studio ans nächste, große und noch größere Säle, zehn insgesamt und einer schöner als der andere. Alle mit Tageslicht, im siebten Stock, mit Ausblick auf die Stadt.
Die Zürcher Hochschule der Künste ist in ein neues Quartier im Westen der Stadt gezogen und mit ihr die dazu gehörende klassisch ausgerichtete Tanz Akademie Zürich und der neue Studiengang Bachelor of Arts in Contemporary Dance, der gerade die ersten Studierenden ausbildet. Gianni Malfer, ehedem Geschäftsführer von PACT Zollverein und des Dachverbands der Schweizer Tanzschaffenden, ist zuständig für die Adminis-tration des neuen Studiengangs. Der Kopf, der hinter dem BA-Curriculum steckt und es künstlerisch verantwortet, ist Samuel Wuersten, Co-Direktor von Codarts Rotterdam und Direktor von «Holland Dance». Und das ist ein großes Glück für den Schweizer Tanz.
Die Ausbildung ist nämlich erst im zweiten Anlauf auf die Beine gekommen. Bereits ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: praxis, Seite 72
von Lilo Weber
Baden in Tanzgeschichte. Der Boden des quadratischen Raums ist voller Papierstreifen. Darauf sind Erinnerungen gedruckt, Erinnerungen von Zeitzeugen der deutschen Tanzhistorie. Mit den akkurat zerschnittenen Memoiren werfen drei Performer wild um sich. Ein Tänzer umarmt eine Zuschauerin, während er auf sie einredet. Und häuft Sprach-Luftschlangen auf ihren Kopf,...
Er gehört zu den Großen des Fachs, ist 83 Jahre alt und findet es somit an der Zeit, sein Haus zu bestellen. Dabei lässt er sich von der Überzeugung leiten: «Auch ein Museum kann zeitgenössisch sein.» Mit diesem Slogan verkündete Paul Taylor, dass er seine Kompanie ab 2015 breiter aufzustellen gedenkt und deren Spielplan mit Werken anderer Choreografen bestücken...
Es sind minimale Nuancen, mit denen der Tanz Gesicht und Gangart ändern kann. Wie ein Serum, das blitzschnell in den Organismus des Zuschauers injiziert wird, zwingen kleinste Modifikationen den Blick zur Neuausrichtung. Ständig müssen neue Wahrnehmungsmuster entwickelt werden. Ein mutiges, merkwürdiges Stück wie «The Greeks» – eine Kooperation zwischen Duda Paiva...
