Salsa bei Seegang
Sanftmütig liegt die Göttliche im Hafen und lässt alles mit sich machen: dass sich ihr Bauch mit über 2000 Passagieren füllt, dass zusätzlich 600 Mann Besatzung in ihr Herz krabbeln, um für das Wohl auf dem Kreuzfahrtschiff zu sorgen. AIDAdiva lächelt, ohne jemals mit der Wimper zu zucken. Ihr Auge, auf den Bug aufgemalt, ist stets hellwach.
Denn zwischen acht und 18 Stunden arbeiten wir für Dich, bei einer Sieben-Tage-Woche, nur für Dich. Unsere Chefs behandeln uns nicht gut. Wir werden «geschubst» und dürfen nicht aufmucken, sonst gibt es eine «office note».
Fünf «Strafpunkte» – und wir müssen vom Schiff, wird uns gesagt.
Jeder in unserem Fünf-Mann-Team hat seine Aufgabe. Ich unterrichte Grundschritte in Standard und Latein. Anfängerkurse mit ein paar Figuren, Herren- und Damenschritte, ohne Tanzpartner. Blues, Cha-Cha-Cha, Discofox, langsamer Walzer, Merengue, Rumba, Salsa, Samba, Tango, Wiener Walzer sowie zwei Clubtänze, das Ganze maximal drei Stunden pro Tag.
In der übrigen Zeit «betreue» ich die Gäste, organisiere Schiffsrundgänge, Treffs zum Kennenlernen und Poolradio, mache Small Talk, bin auf Deck präsent und tanze mit ihnen in der Discothek. Animation ist glücklicherweise ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwei Kompanien sind heute auf Tour, von denen man weiß, dass es sie sehr bald nicht mehr geben wird: Die Merce Cunningham Dance Company, die nur noch zwei Jahre lang das Erbe ihres Namensgebers weiterträgt. Und Pina Bauschs Wuppertaler Tanztheater, das im August eine Stiftung erhielt, um ihr Erbe in ein Archiv zur wissenschaftlichen Erforschung des Tanztheaters...
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die...
Body-Mind Centering, kurz: BMC, gilt nicht als Tanztechnik im eigentlichen Sinn. BMC ist ein Trademark und bezeichnet ein Studium, das auf Erfahrungen der amerikanischen Bewegungsforscherin Bonnie Bainbridge Cohen basiert. Sie entdeckte in ihrer Arbeit als Ergotherapeutin mit schwerbehinderten Kindern jene Prinzipien, die es dem Bewusstsein erlauben, den eigenen...
