Royston Maldooms Philharmoniker-Tanzprojekt
Ungewohnte Töne in einer Schulturnhalle. «Focus! Now! One, two, three, four ...» Bei «acht» schwingen synchron (oder doch fast) fünfzig Kinderköpfe herum. Die Order ist angekommen, die Gesichter sind ernst und konzentriert. Die allermeisten, fast die ganze Zeit. Selten sieht man eine so heterogene Gruppe Youngsters, die so lange mit Feuereifer an drei Minuten Choreografie arbeitet. Sofort fällt einem ein Name ein: Royston Maldoom.
Er steht mitten in seinem nächsten Community-Dance-Projekt: Im Rahmen von Zukunft@BPhil, dem Education-Programm der Berliner Philharmoniker, erarbeitet er mit 140 Berliner Halbwüchsigen und jungen Erwachsenen zwischen zwölf und 27 Jahren die Bühnen-Action zu Béla Bartóks «Konzert für Orches-ter».
Heute Nachmittag: Ein Stück New York in der Wilhelm-Ostwald-Schule. «Can’t you just feel it!» Die Education-Leiterin Catherine Milliken schaut von der Seitenlinie zu. Sie ist richtig aufgekratzt, dass der Geist der Komposition so gut getroffen ist. New York City, Mitte des letzten Jahrhunderts, Vielfalt, Farbe, Rhythmus, Lebendigkeit. Das Stück ist natürlich keine zufällige Wahl. Milliken: «Hier hat Bartók das Orchester ausgestellt. Man hört innerhalb des Ganzen ...
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Es ist Freitag, der dreizehnte. Auf der Zielgeraden droht die wochenlang abgestimmte Terminplanung zu platzen. Das Flugzeug hat Verspätung, die Pariser Verkehrsadern sind wie üblich verstopft. So erreicht die Besucherin das Amphitheater in den Katakomben der Bastille-Oper erst in allerletzter Sekunde. Einhundertfünfzig aufgeregte Schüler werden hier gleich eine...
Wir wären gern drin, mittendrin. Denn drinnen geht’s ab: Die Menschen grölen, jubeln, lachen. Eine E-Gitarre jault. Ein Mann (er muss ein Star sein!) redet mit dem Publikum, das auf jedes seiner Worte enthusiastisch reagiert. Man meint die schweiß- und bühnennebel-getränkte Luft zu atmen, sieht sich selbst im bläulichen Licht des Konzertraums in der unruhigen Menge...
Die Einlasskontrolleure staunen nicht schlecht. So viel Andrang haben sie in der Berliner Akademie der Künste schon lange nicht mehr erlebt. «Und das alles für eine Tänzerin?», fragt der Ticket-Abreißer kopfschüttelnd und wird umgehend ortstypisch rau gedeckelt: «Dat is ja nu nich irgendeine, die hier jeehrt wird, dat is die Grööößte aller Zeiten!»
Filigran, im...
