Rituale: Frank Willens
Hallo Freunde, ich hatte keinen Glücksbringer (außer dass ich ständig und überall Einkaufslisten finde, auf der Straße, in Läden, in der -S-Bahn – und die als Zeichen des Universums nehme, dass alles okay ist), also ich hatte keinen Glücksbringer … bis ihr diese Anfrage rumgeschickt habt.
Ich kommuniziere seit einer Woche, tatsächlich seit dem Tanzkongress in Hellerau, viel mit den Bäumen. Und gestern, als ich auf Tour in Bordeaux war, hat ein Baum mich zu sich gerufen.
Ich bin über das Feld gelaufen – und direkt neben dem Baum lag dieses Metall-Stück, das mich auf verschiedenen Ebenen anspricht. Ich mag die Banalität des Objekts. Es ist an sich nichts Besonderes. Soll mich also daran erinnern, dass alles bedeutend sein kann, wenn der Kontext stimmt, wenn wir es als bedeutend wahrnehmen und daran glauben. Das Objekt hat die Form der Ewigkeit mit zwei Lücken. Klingt total dumm, aber das ist das Jetzt für mich, der Moment, wenn wir wirklich präsent sind – eine Lücke in der Ewigkeit. Das ist auch der Tanz. Und das, was ich zu verkörpern versuche, wenn ich auf die Bühne gehe (und überhaupt durchs Leben): ein absolutes Dasein, eine Präsenz, die ansteckt, die so stark ist, dass sie ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 23
von
Was mit kleinen Blockpartys an den Rändern von New York begann, hat mittlerweile die Kunstwelt revolutioniert. Von High Fashion über die Oper von Paris bis hin zu großen Getränke- und Kleidungsmarken: Alle schmücken sich mit der «Authentizität» und dem Lebensgefühl der Hip-Hop-Bewegung. Bei der nächsten Olympiade soll es sogar Breaking als Sportart geben, mit...
Im stillen Teich, und das ist die italienische Tanzlandschaft, war der einzige Stein, der das Wasser kurz in Wallung brachte, die Vergabe des «Goldenen Löwen» auf der Biennale von Venedig für die Lebensleistung des 43-jährigen Choreografen Alessandro Sciarroni. Der Italiener darf sich somit einreihen in die illustre Liste von Preisträgern, auf der Merce Cunningham...
Um zu verstehen, worauf wir auf den ersten Blick perplex oder belustigt reagieren, könnten wir in den DeLorean DMC-12 aus «Zurück in die Zukunft» steigen und den Fahrer bitten, uns im Jahr 2120 abzusetzen, falls es dann noch ein bewohnbares Fleckchen Erde gibt. Im Fokus unserer Neugier stünde nicht, was wir aus der Welt gemacht haben, das überlassen wir dem...
