persönlich
newcomer_________
noé soulier
Da behaupte noch einer, die Jugend interessiere sich nicht für Ballett. Noé Soulier, Student der Philosophie und Absolvent von Anne Teresa De Keersmaekers P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel, beweist das Gegenteil. Manche behaupten, der Choreograf gäbe sich der Dekonstruktion der Klassik hin. Aber das ist nicht wahr. Soulier spielt mit deren Codes, Zeichen und pantomimischen Gebärden, die er auf einer Freifläche analysiert, angesiedelt irgendwo zwischen Lecture Performance und Jérôme-Bel-Show.
Von Noverre bis Petipa isoliert er Schritte und Gesten und dekliniert sie mit jeweils wechselnden Parametern, als handle es sich um linguistische Syntax-Modelle. Genau das erklärt Soulier auch gerne, aber es ist vor allem ästhetisch gut anzuschauen, wenn etwa Vincent Chaillet, Erster Solist der Pariser Opéra, in «Signe Blanc» die Gesten der Pantomime vom Tanz befreit und in Reinform präsentiert. Intentionen und Gefühle werden umso klarer.
«Signe» klingt wie «cygne», also Schwan, «blanc» steht nicht nur für weiß, sondern für eine Trockenübung. So wie Roland Barthes in «Das Reich der Zeichen» ein komplexes System semiologisch erforscht, begibt sich Soulier in die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2013
Rubrik: menschen, Seite 36
von
Vor einhundert Jahren, am 29. Mai, ging im eleganten Pariser Théâtre des Champs-Élysées der Vorhang auf für «Les sylphides» zur Musik von Frédéric Chopin. Was als Wohlfühlabend begann, endete anlässlich der Uraufführung von Strawinskys «Le sacre du printemps» damit, dass sich die ehrenwerten Zuschauer, darunter Maurice Ravel und Jean Cocteau, eins auf die Mütze...
Wenn die Tänzer auf die Bühne hüpfen und winken, grinsen, plappern, meint man: Sie sind auf Pilzen. Durch Grace Ellen Barkeys Stücke für die Needcompany waberten schon immer Halluzinationen, es gab mal zum Schreien gemusterte Tapeten, mal hunderte Keramik-Hohlkörper oder handgestrickte Schlabbertiere. Für «Mush-Room», uraufgeführt im Essener PACT Zollverein, hat...
ist ein Band des Dortmunder Theaters gewidmet, der den chinesischen Ballettdirektor vor allem von seiner choreografischen Seite zeigt. Gut siebzig Fotos, auf hundert Doppelseiten in japanischer Broschur gebunden, geben einen guten Eindruck seines Werks. Xin Peng Wang selbst kommt in dem Buch allerdings kaum zu Wort, doch wenn, bleibt das nicht ohne Konsequenz. So...
