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Newcomer: Noé Soulier – Abschied von Rolf Michaelis und Beatriz Consuelo

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noé soulier

Da behaupte noch einer, die Jugend interessiere sich nicht für Ballett. Noé Soulier, Student der Philosophie und Absolvent von Anne Teresa De Keersmaekers P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel, beweist das Gegenteil. Manche behaupten, der Choreograf gäbe sich der Dekonstruktion der Klassik hin. Aber das ist nicht wahr. Soulier spielt mit deren Codes, Zeichen und pantomimischen Gebärden, die er auf einer Freifläche analysiert, angesiedelt irgendwo zwischen Lecture Performance und Jérôme-Bel-Show.

Von Noverre bis Petipa isoliert er Schritte und Gesten und dekliniert sie mit jeweils wechselnden Parametern, als handle es sich um linguistische Syntax-Modelle. Genau das  erklärt Soulier auch gerne, aber es ist vor allem ästhetisch gut anzuschauen, wenn etwa Vincent Chaillet, Erster Solist der Pariser Opéra, in «Signe Blanc» die Gesten der Pantomime vom Tanz befreit und in Reinform präsentiert. Intentionen und Gefühle werden umso klarer.

«Signe» klingt wie «cygne», also Schwan, «blanc» steht nicht nur für weiß, sondern für eine Trockenübung. So wie Roland Barthes in «Das Reich der Zeichen» ein komplexes System semiologisch erforscht, begibt sich Soulier in die ...

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Tanz Mai 2013
Rubrik: menschen, Seite 36
von

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