Peeping Tom: 32 rue Vandenbranden
Am Ende stellen sie Kerzen auf und ein Foto von Maria Otal, der 81-Jährigen, die in ihrem Stück «Le sous-sol» so berührend tanzt, als das Untergeschoss auf der Bühne vom Erdreich verschlungen wird. Nun liegt sie für immer unter der Erde. Und Peeping Tom, das von Gabriela Carrizo und Franck Chartier gegründete belgische Kollektiv, muss nach zehn Jahren Existenz und vollendeter Trilogie, nach einem grandiosen Rutsch der durch Garten und Wohnzimmer in den Keller führte, nun einen Fahrstuhl finden, um in der richtigen Landschaft wieder auszusteigen.
Ihre neue künstlerische Anschrift lautet: «32 rue Vandenbranden». Wo immer das auch sein mag. Da stehen Fertighäuser in zugiger Winterlandschaft. Eine Adresse braucht es nicht, die sechs Bewohner kennen sich so gut, als gehörten sie zu einer Familie. Wie sie in diesem arktischen Niemandsland in sich gegenüberliegenden Baracken wohnen, das öffnet Räume für Auftritte, die an Samuel Beckett erinnern. Doch der Wind pfeift kalt. Eis und Schnee umfangen die Gemeinschaft des künstlichen Dorfes vielleicht an Europas nördlichstem Ende. Solch fremdartiges Ambiente verhindert, dass Peeping Tom nun eine ganz normale Kompanie wird.
Dicke, Alte oder ...
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