wege durch die holzung
In Frankreich wäre Martin Schläpfers Choreografie «Neither» vermutlich als abendfüllend durchgegangen. Dafür, dass sie an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf nur ein Teil, wenn auch der wichtigste, eines dreiteiligen Ballettabends ist, gibt es zwei denkbare Gründe. Zum einen dauert «Neither» von Morton Feldman, so lang sich die Aufführung auch anfühlen mag, nur knapp sechzig Minuten. Zum anderen mochten Schläpfer und die Deutsche Oper am Rhein ihrem Ballettpublikum eine so schwierige, komplexe, ins Abstrakte strebende Aufführung als alleiniges Werk nicht zumuten.
So beginnt das Programm «b.04» des Balletts am Rhein mit einer kessen, lockeren Petitesse zur Einstimmung in den tänzerischen Frühling – Twyla Tharps «Baker’s Dozen», vorzüglich getanzt von sechs weiß gekleideten Tänzerpaaren – und einer asketischen klassischen Miniatur: «Pavane auf den Tod einer Infantin», eines jener vier Stücke aus dem Werk des deutschen Choreografen Kurt Jooss, die den Tod ihres Schöpfers überlebt haben.
Feldmans Komposition «Neither» zu einem lakonischen Text von Samuel Beckett, die Dante Anzolini mit den Düsseldorfer Symphonikern im zweiten Teil des Abends zu Gehör bringt, gilt offiziell als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Marco Goecke, hat «Orlando» Sie gefunden, oder haben Sie «Orlando» gefunden?
Das Buch kenne ich noch aus Münchner Zeiten. Als ich dort studierte, lief der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Titelrolle, den ich damals toll fand. Heute finde ich ihn nicht mehr so spannend. Das Buch hatte ich schon viel früher gelesen, es war immer in meinem Kopf wie im...
Stille und Dunkelheit umgeben sieben Frauen, die sich in schwarzem Wasser spiegeln. Entblößte Oberkörper, abwesende Blicke. Gekrümmte Hälse. Hände, die Halt suchen an der Wand oder nach etwas greifen, das sie nicht (er)fassen können. Die hageren Körper zeugen von Askese. Der Titel dieser Installation heißt «Extases». Ein Meisterwerk, das Ernest Pignon-Ernest...
rosemary butcher
hat im Sommersemester die Valeska-Gert-Gastprofessur für Tanz und Performance am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin inne. Butcher, die Choreografen wie Russell Maliphant, Laurie Booth oder Jonathan Burrows beeinflusste, unterrichtet unter dem Titel «Idea of a place. A choreographic research project» Studierende des...
